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#generationenschiff

Holt den Anker ein, wir stechen ins Leben!

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Holt den Anker ein, wir stechen ins Leben! | story.one

Begleitet vom lauten Rasseln der Eisenkette durchbricht der Anker die Wasseroberfläche und das Schiff verlässt den vertrauten Hafen in eine unbekannte Zukunft. Die Passagier*innen an Bord blicken in den Horizont, ohne zu wissen, was sie dahinter erwarten wird. Das metaphorische Schiff, welches das Leben der Menschheit verbildlicht, steuert seit Tausenden Jahren- wie auch im Jahr 2022- durch Klimakatastrophen, Gesundheitskrisen und Kriege. In Anbetracht der großen Herausforderungen, die unsere Generation in der Zukunft bewerkstelligen muss, ist der Ausblick vom Mast des Schiffs auf eine Verbesserung der Gesamtsituation äußerst trüb. Die globalen Krisen fordern immer größere Ausweichmanöver und die Politik kann meist nur mehr auf Turbulenzen reagieren, anstatt den Kurs vorzugeben. Die Auswirkungen von unvorhersehbaren Ereignissen treffen uns wie einst ein Eisberg die Titanic. Doch im Gegensatz dazu ist unser Schiff des Lebens tatsächlich unsinkbar. Seit Beginn der Menschheit übernimmt eine Generation nach der anderen das Steuerrad und setzt die Segel für eine bessere Zukunft. Die Kapitänsmütze wird seit jeher an die nachfolgende Generation weitergegeben und selten war der Lebensstandard nach Ablauf ihrer Zeit schlechter als der ihrer Vorfahren. In der langen Geschichte des Homo Sapiens konnten die Umstände des Lebens zunehmend verbessert werden und vielen Milliarden Menschen wurde ein Leben ohne Angst ums Überleben ermöglicht. Das kollektive Glück und die globale Zufriedenheit wurden bei der Übergabe des Schiffs von Generation zu Generation angehäuft und weitergegeben. Obwohl es immer wieder dramatische Rückschläge gegeben hat und geben wird, kann eine Evaluierung immer nur langfristig betrachtet werden. Die Kapitän*innen unserer Vorfahr*innen konnten Hunger, Seuchen und Meuterei an Board stets entkommen und mit fortschreitender Zeit besser in den Griff bekommen. Vereinzelt sehen wir heute noch Rückschläge und können unser Potenzial bei den Problemlösungen nicht voll ausschöpfen. Doch nie war unsere Zeit schnelllebiger und der Wille nach Einigkeit und Frieden größer. Früher oder später werden wir die bestehenden Lecke an Bord reparieren, das Steuerrad herumreißen und damit beginnen, auf ein kollektives Glück der Menschheit zu zusteuern. Die Herausforderungen sind gigantisch und die Aufgaben erfordern die Mithilfe aller Passagier*innen, damit wir unser Schiff in einem besseren Zustand weitergeben können, als wir es gerade übernehmen.

© beingjosefrizk 2022-05-24

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