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Dem Leben das Wahrnehmen schenken

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Dem Leben das Wahrnehmen schenken | story.one

Die Begegnung mit der Wirklichkeit bietet vielerlei Möglichkeiten: Überraschendes, Nichtselbstverständliches, Tiefgehendes … Wenn es wirklich gelingt, der jüngsten unsäglichen Pandemie etwas Positives abzugewinnen, etwas Balsamisches entgegenzusetzen, dann ist es die Tiefenschärfe für neue Blickwinkel, Sichtweisen, Empfindungen, Wahrnehmungen … und das Freisetzen elementarer Energien.

So ist es nicht unbedingt selbstverständlich, jedoch möglich, dem ganz eigenen Selbstverständnis zu folgen – wenn man so will, im positiven Sinne – eine persönliche, eine kleine doch bewegende Revolution in der Evolution anzuzetteln … ganz still, ganz friedlich, mit sich im Einklang: Mangels kultureller Erlebnisse, die in den zwei letzten Jahren schlichtweg weggebrochen sind, ein eigenes künstlerisches Œuvre zu schaffen – frei nach dem Gedanken: Wenn sich mir die Kunst verschließt, muss ich mir selbst den Raum schaffen.

Ich hatte die Chance, mehr noch, das unbeschreibliche Glück, Zeuge eines solchen Schaffensraums zu werden – Wahrnehmer einer außergewöhnlichen Ausstellung. Die beiden Künstler, Brigitte und Helmut Hieber, haben ihr den Namen “LandArt“* gegeben – ihrer Freilicht- und Freiluft-Ausstellung im Raum der Natur. Die Exponate: Kunstwerke – Skulpturen – aus der Natur für die Natur in der Natur. Das Museum: der Wald.

“Einfach so“ heißt das erste Werk, das “Tor zu den grünen Wesen“ gleich am Eingang zum Museum … und genau so einfach bekam der museale Wald einen grandiosen Ausstellungsraum – mit mehr als 400 Werken … einfach so: Bei unzähligen Spaziergängen wurde der Wald zum Atelier – spontan entstanden natürliche Kunstwerke.

Wind bekam ich durch die Berichterstattung in der einschlägigen Literaturszene – auf story.one. Naheliegend: Da musste ich hin, unbedingt. Ich bat die Künstlerin um die Koordinaten. Was ich angeboten bekam: Neben einer ausführlichen Anfahrtskizze wurde ich zu einer Führung mit den beiden Künstlern, die gleichzeitig als Kuratoren auftraten, eingeladen.

Sie, die Führung, wurde zu einem Erlebnis der besonderen Art: Art pur, ganz natur. Wen wundert's, wenn die Künstler ihre modulierten Werke selbst “moderieren" – wobei die Exponate alle von vorneherein schon für sich sprachen. Ein befruchtender Austausch – ich habe mir erlaubt, viel zu fragen, um noch mehr zu verstehen. Ein Fazit ist es nicht, was ich ziehe – es ist die Erkenntnis, dass die Kunstwerke in mir arbeiten, in mir weiterleben … und mich die Menschen dahinter fasziniert haben – ihre Worte, ihre Werke.

Es sind bewundernswerte Menschen, die der Kunst ihren Respekt erwiesen haben, und gleichzeitig der Natur … ihr das wiedergegeben zu haben, was der Homo sapiens ihr entzogen hat.

Und am Ende steht geschrieben: Wenn in 2.000 Jahren Archäologen mit dem LandArt-Wald eine spannende Ausgrabungsstätte entdecken, werden sie die Naturgeschichte der zurückliegenden Epochen in der darstellenden Kunst neu schreiben müssen.

© Bernd Lange 2021-10-15

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