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Memento an Momente

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Memento an Momente | story.one

Ein Film aus Fragmenten: Memento – ein Krimi von Christopher Nolan, das Drehbuch vom Bruder Jonathan. Das markante Merkmal sind die beiden Handlungsstränge, bei denen die Szenen geläufig in Schwarz-Weiß und in einer entgegengesetzten chronologischen Reihenfolge in Farbe wechseln. Momentaufnahmen, die Vergangenheiten und Gegenwart einfangen und wieder freilassen. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Traumbild und Wirklichkeit.

Zwei Menschen, eine geniale Illustratorin und ein berufener Texter, sind von diesem Film gefangen. Sie schreiben und skizzieren eine Wort-Bild-Geschichte – Momentaufnahmen über ein Jahr, aufgeteilt in die vier Jahreszeiten – ein Jahreszeilenzyklus, ein Jahreszeichenzyklus. Eine Komposition aus Script und Storyboard … Worte der Poesie und Trompe l'œil Zeichnungen.

Das Jahr: Ich sehe dich vor mir. Sonnenstrahlen streicheln Regen. Zwischen uns bauen sie eine Brücke. Hand in Hand steigen wir aus dem farblosen Alltag den Regenbogen empor. Saugen Schritt für Schritt aus der impressionistisch bunten Palette unserer Gefühle, stimmungsvoll flüchtige Momentaufnahmen von farbenprächtigen Sinnbildern … ∗ Schnitt: Deine Worte … reise mit mir zurück, in die Zeit, als du mein Regenbogen warst. Als wir im Traum nicht daran dachten, dass uns am höchsten Punkt nur der Weg zurück ins grausame Grau der Wolken bleibt. Schwarz-Weiß-Bilder, LineArt Noir mit schmerzhaften Kontrasten, harten Schraffuren …

Frühlingserwachen: Ein taumelnder Schmetterling berührt lautlos frohlockende Farbreize der ersten Frühlingsboten. Leidenschaftliche Triebe, die sich berauschend der Sonne hingeben. Nachahmenswert zarte Rauschgefühle, sich verwandeln, indem du die Fülle der Aquarellfarben ausschöpfst … ∗ Schnitt: Du hörst die monotone Sinfonie der Grillen. Die bei Sonnenlicht bunt tanzenden Schmetterlinge im Bauch verwandeln sich im Dunkel der Nacht zu staubgrauen Motten im Kopf. Grisaille, monochrome Schattenwirkungen machen sich in den Bildern breit …

Nicht anders zeichnen sich die folgenden Jahreszeiten ab.

Sommernachtstraum: Das Eintauchen in eine dunkelblaue Strandnacht. Der Mond träumt mit, wenn du die Lidschatten der Wellen auf einem im warmen Wind sanft schaukelnden Meer streichelst … ∗ Schnitt: Du siehst am nächsten Morgen einen Kondensstreifen am Himmel. Es ist der Beginn eines Risses, der quer durch das Bild des Tages geht …

Herbstzeitlose: Das Laub verfärbt sich, erst leuchtend bunt, dann immer stumpfer, bis alles verblasst … ∗ Schnitt: Ich trete auf die mürben Überreste eines Apfels, braun und pockennarbig vom Schimmel …

Winterschlaf: Ich laufe im Schnee, vor mir alles unberührt, hinter mir zerstörende Spuren … ∗ Schnitt: Durchgefroren vom harten Wind der Enttäuschung …

Das Memento ist gescheitert, weil zwei Menschen an ihren Momenten gescheitert sind: hier zerschrieben, da zerzeichnet – gemeinsam zerredet, zerlebt. Kein Wort, kein Bild … um auf Tränen rumzukauen.

© Bernd Lange 2021-03-28

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