skip to main content

Auf nach Marrakesch

  • 10
Auf nach Marrakesch | story.one

Vorgesehen ist, den Mittwoch noch in Fes zu verbringen. Wie immer weckt uns der Muezzin sehr früh. Der erste Blick aus dem Fenster lässt nichts Gutes erwarten. Bedeckter Himmel, regennasse Straßen und trübe Ausblicke. Beim Frühstück fallen dann die ersten Regentropfen. Die Erwartung in Marokko gutes Wetter in dieser Jahreszeit zu haben, fließt im wahrsten Sinne des Wortes dahin. Martha und Hilde erscheinen als Letzte beim Frühstück und der Blick nach draußen bringt bei beiden gemeinsam die Worte heraus: "hier will ich weg" Es ist also keine Frage, der Aufenthalt in Fes wird abrupt beendet. Kurzentschlossen packen wir unsere Sachen, fahren mit dem Taxi für 6 Diram zum Bahnhof, buchen schnell noch das Ibis – Hotel in Marrakesch, und schon sitzen wir um 10:47 Uhr im Zug. Die Landschaft von Fes nach Meknes ist einzigartig. Grünes fruchtbares Land, zwischendurch Obstplantagen, insbesondere Apfelsinen – und Zitronenplantagen säumen den Weg. Die Route führte uns weiter über Rabat nach Casablanca und von dort aus auf direktem Weg nach Marrakesch.

Zwischen Rabat und Casablanca strömen eine Menge Leute in den Zug. Wie es schien, waren es Studentinnen die sich das Abteil bis Casablanca mit uns teilten. Die Konversation war köstlich, mit Händen und Füßen und alles in Englisch. Die Vorstädte von Casablanca scheinen nur aus Slums zu bestehen und der Eindruck, der aus dem Zug heraus über Casablanca entsteht, ist nicht besonders schön. Das bestätigt auch eine in Casablanca zugestiegene junge Griechin, die gerade mit dem Flugzeug angekommen ist. Die Zugfahrt dauert lange und so kommen wir gegen ca. 21:00 Uhr ermüdet in Marrakesch an. Die Buchung des Hotels stellt sich als sehr gut heraus. Das Hotel liegt direkt am Bahnhof, so dass wir bereits nach 10 Minuten in unseren Hotelzimmern sind und wir kurze Zeit später das Abendessen – heute zum ersten mal mit Wein und Bier – zu uns nehmen können. Ein Genuss!

Strahlend blauer Himmel und die Sonne wecken uns am nächsten Morgen und wir genießen das Frühstück im Garten des Hotels. Wie hätte es auch anders sein können, alle Frauen sitzen am Frühstückstisch und blättern und studieren die unterschiedlichen Reiseführer und ein Ziel nach dem anderen in Marrakesch wird auf den Frühstückstisch gelegt. Es soll für uns alle ein hartes Programm werden an diesem Tag. Hilde und Martha haben die Idee, weiter in den Süden über den Atlas in die Wüste zu fahren Aber am Ende fallen immer wieder die Worte: "wir schauen mal". Entschlossen und mit Enthusiasmus stürzen wir uns in den neuen Teil von Marrakesch. Das Tourist Office wird gefunden und so hat man genügend Material, um am Nachmittag die Medina von Marrakesch abzulaufen. Der neue Teil von Marrakesch ist nicht sehr sehenswert. Die Suche nach dem Palmengarten der in allen Plänen zwar eingezeichnet aber für uns nicht auffindbar ist, führt dazu, dass wir alle total gestresst und gereizt sind. So haben wir uns das nicht vorgestellt.

© Berthold Pelzer 2021-04-08

Kommentare

Gehöre zu den Ersten, die die Geschichte kommentieren

Jede*r Autor*in freut sich über Feedback! Registriere dich kostenlos,
um einen Kommentar zu hinterlassen.