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Wer sucht, findet

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Wer sucht, findet | story.one

Kaum zu glauben, aber sie hören tatsächlich auf ihn!

Mehr noch, sie stimmen ihm zu.

Sie wollen etwas ändern.

Erwartet hat er sich diese Reaktion bestimmt nicht, wenn auch erhofft. Daher rührt auch seine Anerkennung für die Dauer des Prozesses.

Hauptsächlich geht es ihm ohnehin um das Verständnis für sein Dilemma und das zeigt Papa auf dem Heimweg klar und deutlich.

Er darf in seinem Tempo das kleine Licht vor sich hertragen und alles ausleuchten, was ihm gefällt. In dieser Perspektive sieht vieles anders aus.

Entzückt beäugen Passierende die kleine Kerze. Wie durch Zauberei entstehen Lächeln unter den Nasen.

Begegnet ihm Unbekanntes, bestaunt er dies so lange, bis er Ansprechendes daran beleuchtet.

Kommt ihm etwas bekannt vor, versucht er es noch schöner zu gestalten. Vieles sieht besser aus, wenn er es ordentlich anleuchtet.

Manchmal wünscht sich Papa, er möge für ihn etwas erhellen. Dann wundert er sich, was der Erwachsene daran besonders findet.

Gemeinsam tauschen sie sich über die Blickwinkel des jeweils anderen aus und lernen so manches dazu.

Am Anfang fühlt es sich wie ein Abenteuer an, in dem alles möglich ist. Irgendwann mischt seine Fantasie mit und alles wird möglich.

Bald verschwinden Raum und Zeit. Er ist glücklich und hat alle Gelegenheit dazu. Selbst der Erwachsene beteiligt sich zwischendurch daran.

Schließlich steht das verzierte Glas mit dem LED neben seinem Polster am Nachtkasterl und schimmert sanft. Mysteriöse Schatten werden an Wände geworfen. Dreht er das Licht, verändern sich die dunklen Stellen.

Ihm ist, als wäre er in einem anderen Raum. Einer anderen Zeit.

Es ist wichtig, was er denkt, sagt und fühlt und es muss nicht immer an die anderen angepasst werden.

Auch er darf anpassen. Anleuchten. Abwenden.

Er freut sich auf morgen. Natürlich sieht er ein, dass er nicht ständig stehenbleiben kann. Dafür muss er auch nicht alles, das an ihn herangetragen wird, sofort erledigen.

© Bianca Philomena Rosner 2021-10-17

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