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Nur ein Fenster

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Nur ein Fenster | story.one

Es ist nur ein Fenster, aus dem ich von meinem Schreibtisch nach draußen blicke und dem ersten Schnee des Jahres in Wien beim Fallen zusehe. Ich sitze zu Hause, mir ist warm, ich war duschen. Durch die Situation des zu Hause seins und von hier aus zu arbeiten, verĂ€nderte sich mein Tagesablauf ein wenig. Ich schlief etwas lĂ€nger, bis halb 9. Setzte mich mit FrĂŒhstĂŒck und Kaffee vor meinen Laptop, arbeitete zwei Stunden und ließ mir ein Bad ein. Ich las „Abschied von Sidonie“, nur ein paar wenige Seiten. Tolles Buch.

Jetzt sitze ich wieder vor dem Laptop, meine Blicke wechseln zwischen Bildschirm und Schnee. Trotz seines chaotischen Fallens ist er sanft und leise. Jedes Jahr aufs neue bin ich vom ersten Schneefall fasziniert. Man sieht jede einzelne Windböe, jede einzelne kleine Änderung der Himmelsrichtung.

Mir ist warm. Es ist nur ein Fenster?

Es ist mein zu Hause. Eine fĂŒr mich zu große Wohnung in Meidling, schöner Altbau, renoviert. Eine beheizte Wohnung. Eine ruhige, sanfte und einschlĂ€fernde Wohnung. Ich lebe hier, nicht wie viele vergessene Menschen es draußen tun, auf den Straßen dieser Welt.

Es ist viel mehr als ein Fenster.

© c_Freude 2021-11-26

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