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#rettungsdienst#mehrteiler#rettungseinsatz

Sabine - Teil 1

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Sabine - Teil 1 | story.one

Triggerwarnung: Um den Inhalt des Textes nicht vorweg zu verraten, möchte ich darauf hinweisen, dass die geschilderten Ereignisse auf die ein oder andere Person verstörend wirken können.

„Leitstelle von 2-56, 19 in der Dienststelle möglich?“, sprach ich wenig motiviert auf dem Rettungsparkplatz des Landeskrankenhauses in das Funkgerät des schon etwas in die Jahre gekommenen Fahrzeugs.

„Echt nichts los heute, irgendwie langweilig“, murmelte mein Beifahrer, ein Zivildiener, am Ende seines neunmonatigen Dienstes.

„Ja, richtig“, antwortete das Funkgerät mit rauschendem Roboter-Effekt.

Es war ziemlich warm, Mitte August eben. Wir schlossen die Türen, ich drückte meinen linken Fuß mit aller Kraft gegen das quietschende Kupplungspedal, tippte mit dem rechten auf die Bremse und startete den Motor. Ein Ruckeln, ein erneuter Versuch, der Motor lief. Fenster schließen, Klima auf die höchste Stufe und Einlegen des Rückwärtsgangs. Mein Kollege holte sein Handy aus der Tasche, öffnete Instagram und begann zu surfen. Es gab nicht sonderlich viel zu besprechen.

„2-56 von Leitstelle?“

„Kommen.“

„Ja wir hätten da doch noch schnell einen Einsatz beim Hauptbahnhof, schaun’s doch gschwind hin, dann Mittag. Einsatz kommt in Kürze aufs Terminal.“

„Verstanden“, seufzte ich. Mein Hunger meldete sich auf unangenehme Weise, ein lautes Grummeln erschütterte die Fahrerkabine.

„Na oida …“, hörte ich in meinem rechten Ohr. Auch mein Beifahrer hatte sichtlich keine Lust. Doch wir machen das ja „aus Liebe zum Menschen“, nicht?

Das Terminal, der kleine Bildschirm in der Fahrerkabine, erleuchtete, ein seichter Ton gab den neuen Auftrag ebenfallszu erkennen. Bestätigungstaste, Einsatzmeldung lesen.

„Krampfanfall, anonymer Anrufer, Busleiste-A … eh klar“, las ich meinem Beifahrer vor, während ich das Fahrzeug immer näher zum noch geschlossenen Schranken rollen ließ. In triolisch-unangenehm-schnellem-Takt begannen zusätzlich unsere Pager zu läuten. Auch hier bestätigten wir, RD ist die Kennzeichnung, also Blaulicht. Zumindest eine Genugtuung.

Der Schranken öffnete sich träge, auch hier sollte einmal geölt werden. Ich kippte den Schalter des Lichtmoduls, presste meinen Zeigefinger auf den Knopf und sah schon in der Spiegelung der Glasfassade des Krankenhauses, wie die ersten blauen Lichtblitze vom Dach unseres Autos sprangen.

© c_Freude 2021-10-15

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