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Das Spiegelbild

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Das Spiegelbild | story.one

Ist es nicht paradox, dass das Wichtigste, was wir tun können, etwas ist, das vielen von uns nie begegnet? Und oft weichen Menschen davor zurück, wenn es sie tatsächlich einmal streift. Und ich kann das verstehen. Weil es oft schmerzhaft ist. Weil es Abstand und Mitgefühl erfordert. Es Arbeit und Loslassen heißt. Und, weil es nie abgeschlossen ist. Wir uns dem wieder und wieder erneut zuwenden müssen... uns selbst. Denn das Wichtigste, was wir tun können, ist uns tatsächlich selbst zu begreifen. Uns selbst anzusehen. Wirklich hinzusehen.

Es gab einen Punkt in meinem Leben, da ging es nicht nur darum, nicht unterzugehen. Denn ich war bereits voll und ganz Unterwasser, noch bevor mir bewusst wurde, dass ich überhaupt am Ufer stehe. Es ging einzig und alleine darum, möglichst lange nicht ohnmächtig zu werden. So aufgebauscht das auch klingen mag, genau so fühlte es sich an. Und dieses Gefühl ließ nur eines zu: Kämpfen.

Also habe ich mir Hilfe gesucht. Ich wollte einen Schlachtplan, eine 10 Schritte To do-Liste, einen klaren Weg. Und stattdessen bekam ich Spaziergänge, Meditationen, Zeit für mich, Stift und Papier,... ich war wütend. Unfassbar wütend. Ich verstand den Sinn einfach nicht. Aber ich war bereit es zu versuchen. Also marschierte ich, bis ich mich traute stehen zu bleiben, kämpfte um jeden Gedanken, bis ich mich traute loszulassen, plante jeden Strich, bis ich mich traute einfach zu malen.

Und mit all dem, kam ich an. Bei mir. Nicht der Version die ich so dringend sein wollte, aber bei der echten. Zumindest der, die ich zu diesem Zeitpunkt war.

Ich sah mich an, lange und intensiv. Und es tat weh. Und dann war es richtig. Und ganz oft schon darf es gut sein. Weil ich es gut sein lasse. Weil ich mich traue, es mit Liebe zu betrachten. Es mir auf die Schulter tippt, wenn ich es ignoriere. Und weil ich weiß, dass ich, wenn ich mich selbst tatsächlich sehe, auch alle anderen viel besser erkennen kann. Und am Ende, geht es doch eigentlich genau darum, oder?

© CelineClaire 2020-10-02

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