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#sommerhitze#tempelanlagen#individualreise

Kamakura

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Kamakura | story.one

Vom malerischen Bergland von Hakone war es nicht weit nach Kamakura mit seinen SandstrĂ€nden. Ein Surferparadies, doch in aller Welt wegen der riesigen Buddhastatue im Kotoko-in bekannt. Wieder hatte ich mich fĂŒr ein GĂ€stehaus entschieden. Dieser Kontrast zwischen Übernachten im Hotelzimmer und kollektiven SchlafrĂ€umen begleitete mich auch fĂŒr den Rest der Reise. Beides hat Vor- und Nachteile.

FĂŒr kommunikative Menschen sind die japanischen GĂ€stehĂ€user eine gute Gelegenheit, sich mit Touristen aus aller Welt auszutauschen. Immer wieder begegnet man dabei Menschen, die lĂ€ngere Zeit in Japan verbringen, um die Landessprache zu lernen. Man kann eine Parallele ziehen zum normalen Opernpublikum, verglichen mit den Stehplatzbesuchern. Auch da hat beides etwas fĂŒr sich.

Die Anreise war kurz, aber strapaziös, allein schon wegen der fĂŒr einen 7. Oktober ungewöhnlichen Hitze von 32 Grad Celsius. Die absolut sommerlichen Temperaturen setzten mir heftig zu, denn ich trug auf den Reisen lange Hosen, feste Laufschuhe und einen kompakten Regenmantel. Auch wenn ich diesen nur um die HĂŒften geschlungen hatte, so klebte alles an mir, als ich endlich zur strandnahen Herberge namens Ushio Guesthouse gefunden hatte.

Nach den AnmeldeformalitĂ€ten wankte ich die paar Schritte in den Gemeinschaftsraum. Zum GlĂŒck war alles ausgeflogen und ich war ungestört. Blitzartig zog ich mir Sommersachen an, die ich eilends aus dem Köfferchen zupfte, nahm den letzten Schluck aus meiner treuen Wasserflasche und gönnte mir ein Bierchen. Ich spĂŒrte die Meerluft und war einfach glĂŒcklich.

Nun noch schnell die Habseligkeiten ins dafĂŒr vorgesehene Depot stellen, und los ging's. Als “Eintagsfliege in Kamakura” konnte ich mir von all den gepriesenen Tempelanlagen nur zwei aussuchen. Ich entschied mich fĂŒr den Hase-dera, der von meinem Quartier zu Fuß gut zu erreichen war, und dann kam der Riesenbuddha an die Reihe.

Der Hase-dera ist an einem Berghang gelegen. Die GebĂ€ude liegen auf zwei Ebenen. Bekannt ist der buddhistische Tempel wegen seiner mehr als neun Meter hohen vergoldeten Kannon-Statue aus Holz. Kannon ist die japanische Bezeichnung fĂŒr Guanyin, einen weiblichen Boddhisattva des MitgefĂŒhls. Doch es gibt weit mehr beeindruckende SehenswĂŒrdigkeiten in dieser Anlage. Kleinere Tempel, imposante Gartenanlagen, liebenswĂŒrdige Steinfiguren. Mit einem schönen Weitblick ĂŒber die Stadt wird man zusĂ€tzlich belohnt.

Nach Nudelsuppe und gemischtem Tempura fĂŒhlte ich mich gut gelaunt und fit. Irgendwie gelangte ich dank wiederholtem Blick auf die Karte und Mitschwimmen in den Touristenströmen zum Riesenbuddha. Dieser hatte meinen Reisewunsch nach Japan in frĂŒhen Jahren geweckt. Er war einem Bildband mit den 100 berĂŒhmtesten SehenswĂŒrdigkeiten in aller Welt zu bestaunen. Ein gutes StĂŒck nördlich von meinem Ausgangspunkt gelegen, wartete nun Daibutsu, der große Buddha, auf mich und ließ geduldig meine Selfies ĂŒber sich ergehen.

© Clarissa_Smiles 2021-02-23

Japan XPsReif fĂŒr die Insel

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