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Seidenmalerei in Kanazawa

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Seidenmalerei in Kanazawa | story.one

4. Oktober 2018. Mit dem JR Thunderbird Express kam ich kurz nach zwölf in Kanazawa an. Es war eine angenehme Fahrt, zum Teil längs der Nordküste der großen Insel. Mein Quartier hatte ich von Kyoto aus reserviert. Da ich mit meinem UNIZO-Hotel in Kyoto so glücklich war, wurde es hier ebenfalls ein Hotel dieser Kette, das UNIZO INN Kanazawa Hyakumangoku Dori.

Von Schiffen und Hafen bekam ich nichts zu spüren. Wohl aber brachte mich mein langer Marsch vom Bahnhof zum Hotel an einem verlockenden Sushimi-Lokal vorbei.

Der Besuch in diesem traditionellen Lokal verlief sehr angenehm. Zum Glück hatte ich die Netflix Serie Midnight Diner: Tokyo Stories verschlungen und auch die Benimmregeln in Lokalen studiert. Koch und Servierkraft reagierten positiv auf die Art und Weise, wie ich bestellte und mit dem Essen umging. Inzwischen brachte ich auch schon ein paar japanische Lobes- und Dankesworte hervor.

Weiter als bis zum Hotel hätte ich es zu Fuß mit meinem Reisegepäck nicht geschafft. Eine ungewöhnliche Oktoberhitze. Nach dem Einchecken entschied ich mich, den Nagamachi Samurai Districts zu besuchen, das historische Viertel der sich mir eingangs eher hart präsentierenden Großstadt. Bald schon war ich in eine ganz andere Atmosphäre eingetaucht mit alten Häusern, darunter eine typische Samurai-Residenz und ein Apotheken-Museum, weitere Museen, allerlei Shops und Restaurants. Viel freundliches Grün.

Einem Museum wollte ich besonderes Augenmerk widmen, dem vermeintlichen Seidenmalerei-Museum Nagamachi Yuzenkan. Im Gegenteil entpuppte es sich als rührige Produktionsstätte. Der Hinweis in meinem Reiseführer auf einen Eintrittspreis hatte mich irritiert. Zufällig war ich der einzige Gast, der da spät nachmittags Einlass begehrte.

Die Künstler waren nach Hause gegangen, aber mir “Langnasenfrau” wurde eine liebenswürdige Führung durch alle Räume zuteil samt Erklärung der Herstellungsweise und der unterschiedlichen Maltechniken. Wanddekor, großflächige Fächer, Kimonostoffe, Tücher, alles vom Feinsten und die herrlichen Farben. Ich durfte alles ausgiebig bestaunen und fotografieren.

Zu guter Letzt wurde ich zu einem Tisch mit Pinseln und Farbtiegeln gewunken. Das Ergebnis: ein Foto, das den Eindruck erweckt, ich sei bereits am Wege, eine neue Mitarbeiterin zu werden. Dieses Kunsterlebnis und auch die menschliche Begegnung taten mir in der Seele gut. Beim Verlassen des Seidenhauses meldete mir mein Körper einen Bärenhunger. Da tat es der Augenschmaus alleine nicht!

Mein Einfall, einfach der großen Straße vor dem Hotel entlang zu gehen, bis ich ein einladendes Lokal finden würde, war nicht so gut. Vermutlich gibt es in Kanazawa überall mehr Lokale als in dieser Straße. Nach leeren Kilometern war ich beinahe schon wieder beim Hotel, als mein Blick auf ein etwas anderes, besonders solide wirkendes Restaurant fiel. Es war ein Italiener! Dort schmauste ich absolut göttlich Muscheln und Pizza mit Rotwein.

© Clarissa_Smiles 2021-02-03

Japan XPs

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