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#sohn#medien#kenia

Jeff, der Schwätzer

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Jeff, der Schwätzer | story.one

Erster Urlaub mit meinen beiden jüngeren Kindern, Omar, 11 Jahre und Yasmin, 13 Jahre, seit unserer Rückkehr aus Tunesien nach Österreich am 27.1.2013. Endlich wieder Afrika! Nach einer langen Anreise über Istanbul, landen wir mitten in der Nacht in Nairobi. Ich hatte lange im Reisebüro gearbeitet und mir die Reise individuell zusammengestellt. Daher konnte ich niemandem böse sein, als KEIN Fahrer um 2h früh auf uns wartet. Ich versuche die Agentur zu erreichen, niemand hebt ab. Erst um 4 Uhr erreiche ich den Chef, der sich für das Nicht-Erscheinen des Fahrers entschuldigt und uns versichert, dass dieser bald kommen würde. Wir warten in einem Coffeeshop vor dem Flughafen. 4 mickrige Tische, wir sind übernachtig und dennoch aufgeregt wieder im geliebten Afrika zu sein. Wir spielen Karten ... irgendwann wird man uns abholen kommen. Endlich: Felix unser Tourguide und Fahrer ist da: herzlich, freundlich und bemüht. Es war ein Missverständnis gewesen.Nach einem kurzen Nickerchen im Hotel geht's ab in die Wildnis. Richtung Amboseli Nationalpark. Wir freuen uns auf die Zebras, Gnus, Antilopen… aber klar vor allem auf die Giraffen, Löwen, Nilpferde. Spannend - hier gibt es mehr Fauna als in Tunesien – nicht nur Skorpione, Esel und Dromedare!Es ist meine erste Safari und wir haben einen berühmten Journalisten mit an Bord: Jeff, der Schwätzer begleitet uns und berichtet live von den Entdeckungen und den Besonderheiten der Tour. Er erspäht als erster einen Elefanten hinter Akazienbäumen und sieht Giraffen, die hinter riesigen Hecken, gut getarnt, nur schwer zu erkennen sind. Leidenschaftlich hält uns mein Sohn, der gerade in der Blüte seine Redseligkeit ist, immer wieder eine kleine Wasserflasche als Mikrofon vors Gesicht und interviewt uns. “Frau S., wie geht es Ihnen, wenn Sie die hunderten Elefantenkühe mit ihren Babies sehen, die hier vor dem Jeep kreuzen?“ “Fräulein Yasmin, haben Sie diesen entzückenden “ Dude” gesehen, der vor dem Jeep davonläuft?" - Er meint einen herzigen, weiss-schwarzen Vogel, der mehr läuft, als fliegt.

Am 4. Tag unserer Tour, in Tsavo-West, halten wir bei einer Löwenmama mit ihrem Baby. Beobachten. Jeff, der Schwätzer flüstert und wir befürchten, dass seine Berichte diesmal im Video fast nicht hörbar sein werden. Als wir nach 1h weiterfahren wollen, springt der Wagen nicht mehr an. Die Batterie ist irgendwie leer. Der Wagen muss angeschoben werden. Wer steigt aus? 20 Meter neben einer Löwin mit Jungem? Felix steigt aus! Er schiebt an und ich versuche die Kupplung kommen zu lassen. Linksverkehr - alles verdreht im Auto und dann noch dazu ein Jeep ! Es gelingt mir nicht. Ich schlage vor zu wechseln. Ich steige mit den Kindern aus und wir schieben alle drei - immer mit dem Blick zur Löwin! Sie hat kein Interesse an uns - ist auf ihr Junges fokussiert.

Eine Story für: Jeff, der Schwätzer. Er war einfach so aufgeregt, so mitteilungsbedürftig und wortgewandt - dieses Jahr maturiert er in der Media-Highschool!

© die_sage_der_gudrun 2021-01-27

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