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#1sommer1buch

Sleepless in San Francisco

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Sleepless in San Francisco | story.one

Jänner 1990 - ich habe beschlossen, dass ich noch eine Ausbildung beginne. Ich hatte die letzten 2 Jahre in einer Unternehmensberatungsfirma für Hotellerie und Gastronomie gearbeitet, die vor kurzem auch Teil einer weltweiten Kette wurde. Meine Arbeitskollegin Sophie erzählte mir von ihrem Aufenthalt in Washington D.C. und ich hab, ganz intuitiv beschlossen, die selbe Ausbildung in San Francisco zu absolvieren. "Echols International Travel Training Course" - what ever that is?

Mein Schulgeld hab ich überwiesen, den Flug gebucht und für die ersten Nächte hab ich mich mit einem Kollegen aus dem örtlichen Office vereinbart, dass er mir helfen würde was zu finden.

So fliege ich von Wien über Atlanta nach San Francisco. Keine Ahnung wie der Typ aussieht, Leo Volkers heisst er - ob ich den am Flughafen finde?

Ein etwas rundlicher, typisch amerikanisch aussehender Mann Ende 20 erwartet mich als ich mit meinen beiden Koffern in die Ankunftshalle komme. Er hat - intelligenterweise - einen Zettel mit meinem Namen drauf. Gute Idee!

Die Begrüßung ist die klassische: "Hello, how are you doing? How was your flight?" - ohne aber eine ehrliche Antwort hören zu wollen. Naja, dann halt nicht. Er bringt mich zu seinem Auto, wir fahren Richtung Stadtzentrum. In der Grove Street parkt er sich vor einem netten Häuschen - so typisch San Francisco - ein und wir laden die Koffer aus und gehen rein. Im ersten Stock schliesst er auf und ... wir betreten eine leere Wohnung! Upps, ich dachte, dass er ein Gästezimmer hat und mich dort schlafen lassen würde.

Verlegen frage ich, warum die Wohnung leer sei. Er antwortet: "Ich bin bereits ausgezogen. In drei Tagen muss ich sie übergeben - also fang an zu suchen! Good luck". Das heisst in 3 Tagen brauche ich eine Wohnung für mich!

Es steht nur noch ein Bett drinnen: ein Wasserbett mit zu wenig Wasser. Er gibt mir einen Schlafsack, die Wohnungsschlüssel und verabschiedet sich. Ein schöner erster Abend! Schaff ich das so ganz alleine?

Nach einer furchtbaren Nacht stehe ich am nächsten Morgen früh auf, suche mir einen Platz um zu frühstücken - der Kaffee ist lausig... und begebe mich auf Wohnungssuche. "For Rent" - ich seh mir 2 Wohnungen an, die in der Nähe liegen. Viel zu groß, zu wenig möbliert, zu teuer. In 2 Tagen beginnt die Ausbildung...

Am nächsten Tag marschiere ich bis zur Market Street, dem Fox Building, 1390 Market Street, in dem auch "Echols", meine Schule, untergebracht ist. Fahre in den 4. Stock und werde von einer entzückenden Deutschen, namens Inge, begrüßt. Ich erzähle ihr von meinem Wohnungsproblem und sie meint mit Norddeutschem Einschlag: "Ich rufe Dir die Hausverwaltung an - sie lieben Deutsche, ähm Österreichische Mieter".

Kurz darauf besichtige ich im 23. Stock eine Wohnung, ein "studio", kleines Bad, 1 Zimmer mit Bett, Kommode und Kochnische und einem Balkon mit Blick auf das Rathaus, das "Civic Center".

That's fine, hier bleib ich!

© die_sage_der_gudrun 2020-07-22

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