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#postcorona#veganstories

Absurd, oder?

  • 201
Absurd, oder? | story.one

Wusstest du, dass Hitler Vegetarier war? Und wusstest du, dass diese Tatsache manchmal, ganz im Ernst, als Argument gegen Vegetarismus angefĂŒhrt wird? Absurd, oder?

Es gibt ja wirklich viele BeweggrĂŒnde fĂŒr den Verzicht auf Fleisch oder fĂŒr den gĂ€nzlichen Verzicht auf Tierisches. Viele GrĂŒnde, die der Einzelne nachvollziehen kann oder eben auch nicht.

Der eine tut es seiner Gesundheit zuliebe. Vielleicht, weil er spĂŒrt bzw. merkt, dass er sich viel wohler fĂŒhlt. Dass er nach dem Essen nicht mehr so mĂŒde ist, dass er generell eine bessere Kondition hat, fitter ist, dass z.B. Allergien schwĂ€cher werden oder ganz verschwinden. Vielleicht auch, weil er gelesen oder gehört hat, dass Fleisch, aber auch Milchprodukte das Krebsrisiko erhöhen und entzĂŒndliche VorgĂ€nge im Körper begĂŒnstigen.

Ein anderer schafft es nicht mehr, die Augen zu verschließen, vor dem, was sogenannten „Nutztieren“ angetan wird. Er kann die Last dieser Informationen nicht mehr ertragen, kann es mit seinem Gewissen nicht vereinbaren, weiterhin ein Teil dieses Systems zu sein.

Ein dritter wiederum fĂŒhrt als Hauptgrund die horrenden Auswirkungen der Fleisch- und Milchindustrie auf das Weltklima an und entscheidet sich, durch bewussten Verzicht seinen ökologischen Fußabdruck zu verkleinern,

Der nĂ€chste lebt vielleicht aus spirituellen GrĂŒnden so, möchte seinen Körper und seine Seele weniger grobstofflich ernĂ€hren, möchte sich nicht mit negativer Energie belasten. Vielleicht spĂŒrt er auch, dass die Wahrnehmung viel feiner wird, dass sich die Sinne schĂ€rfen.

Einige werden mehrere oder auch alle diese GrĂŒnde nennen.

Mancher mag vielleicht auch einfach nur neugierig sein und einen „Trend“ ausprobieren wollen.

Wie auch immer. GrĂŒnde gibt es viele. Und natĂŒrlich gibt es ebenso viele GrĂŒnde, eine fleischfreie oder pflanzenbasierte Lebensweise abzulehnen. Sei es die Gewohnheit, seien es persönliche GeschmacksprĂ€ferenzen, sei es die Überzeugung, seinem Körper etwas Gutes zu tun.

Dass solche Überzeugungen nicht immer auf Tatsachen fußen, sondern oft auch darauf, was man ĂŒber eine Sache erzĂ€hlt bekommt, z.B. weil es eben so Tradition ist, oder auch, weil wirtschaftliche Interessen im Spiel sind, Ă€ndert daran nichts. Wenn man von einer Sache ĂŒberzeugt ist, dann ist das so.

Du verstehst also, es gibt wirklich viele GrĂŒnde, sich so oder so zu entscheiden. GrĂŒnde, die man nachvollziehen und wenn schon nicht teilen, dann wenigstens akzeptieren kann. Aber: Hitler als Argument gegen Vegetarismus zu nennen, ist doch absurd. Oder?

KĂ€me irgendjemand auf die Idee, ĂŒberzeugte Vegetarier als AnhĂ€nger dieses Diktators zu bezeichnen, nur weil sie in EINEM Punkt Ă€hnlich denken? Einem Punkt, der völlig unpolitisch und ideologiefrei ist, sondern die eigene Gesundheit zum Thema hat?

Nein, oder?

Aber warum genĂŒgt dann heute EINE (unpolitische, ideologiefreie!) Übereinstimmung in einem Gesundheitsthema, um ins ultrarechte Eck gestellt zu werden? đŸ€”

© Doris Wallner 2021-05-31

Klima- und UmweltschutzVegan StoriesPOST-CORONA? Hoffungsvoll in neue Zeiten!

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