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#familie#rĂŒckkehr#auswandern

Der Duft der Toscana.

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Der Duft der Toscana. | story.one

Heute weiss ich nicht mehr viel ĂŒber die Toscana, dieser paradiesischen Region in Mittelitalien. Von 1983 bis 1987 habe ich dort gelebt. Das Dorf war klein, hatte nur 400 Eintwohner; es heisst Castelnuovo di Val di Cecina in der Provinz Pisa.

Bei unserer Ankunft am 10. Mai 1983 mit 2 kleinen Kindern (die jĂŒngere war gerade einmal 9 Monate alt), wurden wir von den Dorfbewohnern ebenso freundlich wie neugierig empfangen. Wir war Exoten "dalla svizzera", oder wie man uns spĂ€ter nannte: "Gli svizzeri"!

Aufenthaltsgenehmigung? Alles ging sehr schnell. Vier gedruckte Seiten auf Zeitungspapier in 5 Sprachen, darunter deutsch. "Dicchiarazione di soggiorno" hiess das. Kein Gesuch, einfach eine Deklaration, dass man jetzt da ist. So einfach war das damals.

Nach knapp 5 Jahren, nĂ€mlich auf Neujahr 1988 kehrten wir wieder zurĂŒck in die Schweiz. Wir und unsere Kinder mussten sich zuerst wieder akklimatisieren. Nicht nur die Sprache war ein Problem - inzwischen sprachen wir ein wildes Gemisch von italienisch und schweizerdeutsch - auch an die MentalitĂ€t mussten wir uns zuerst wieder gewöhnen.

Ich war bei unserer RĂŒckkehr 37 Jahre alt. Artig meldete ich unsere Famile auf der Gemeinde zivil und beim MilitĂ€r wieder an. Dann der Hammer. Innert 1 Tag (damals gab es noch keine A- Post) bekam ich einen Befehl der Armee, am soundsovielten um soundsovieluhr im Zeughaus soundso einzurĂŒcken und mein persönliches Material der Armee zu "fassen". NatĂŒrlich fehlte der Hinweis nicht, dass mit bei zu spĂ€tem - oder Nichterscheinen strafrechtliche Konsequenzen drohen wĂŒrden. Kaum hatte ich einmal ausgeatmet, nahm schon wieder der Staat Besitz von mir. Nur wenig spĂ€ter, flatterte der Marschbefehl fĂŒr den nĂ€chsten WK in meinen Briekasten.

Ehrlich gesagt, ich hatte mir unsere RĂŒckkehr etwas freundlicher vorgestellt. Aber es ist, wie es ist. Immerhin konnte ich mich damit trösten, dass den anderen mĂ€nnlichen Spezies das gleiche Schicksal widerfuhr.

Meine Frustration war rasch verflogen, waren wir doch wieder in unserer Heimat und in einer Wohnung mit allem Komfort. Das hatten wir in unserem 700 - jĂ€hrigen Steinhaus in Italien nicht. Dort gab es lediglich einen Holzherd, der im Winter stĂ€ndig geheizt werden musste, wollte man sich nicht den Tod durch Erfrieren holen. Den langen und heissen Sommer ĂŒber (meist stark mehr als 30°), kochten wir auf einem mobilen, zweiplattigen "Gasherd", der eigentlich fĂŒr Camping gedacht war und mit Gasflaschen (italienisch folgerichtig "Bombola" gennannt) betrieben wurde. TatsĂ€chlich schrieben die Zeitungen immer wieder von Explosionen solcher Gasflaschen. Uns blieb diese Katastrophe zum GlĂŒck erspart.

Ja, und der Rest ist Geschichte.

© Erich Ed. MĂŒller 2020-04-10

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