skip to main content

Der Deal

  • 114
Der Deal | story.one

Philipp, ein modischer gekleideter Mann mit einer dunklen Sonnenbrille, sitzt vor einem Kaffeehaus in der Wiener Innenstadt. Unter dem Tisch hat er einen schlichten schwarzen Rucksack aus Gummi stehen. Er hat seinen Platz so gewählt, dass er eine gute Sicht auf den Aufgang von der U-Bahnhaltestelle hat. Es ist schon später Nachmittag und die Menschen strömen aus den Büros auf die Straße und machen sich auf den Heimweg.

Seit kurzem sieht Philipp nervös auf seine Uhr. - Wo bleibt nur Conny? Er ist schon 20 Minuten überfällig – denkt er sich. Als der Ober nachsieht, ob noch etwas fehle, bestellt sich Philipp einen zweiten Espresso.

Nach einigen Minuten erblickt er seinen Bekannten, der gerade mit der Rolltreppe aus der U-Bahnhalltestelle hochfährt. Conny blickt nervös um sich, als würde er etwas suchen.

Mit einer freundschaftlichen Umarmung und den Worten “Wir haben uns schon lange nicht mehr gesehen!“ begrüßen sich die zwei. Conny setzt sich gegenüber und bestellt sich auch einen Espresso. Nachdem die Bestellung gekommen ist, stellt Philipp ihm die Frage, welche ihn schon den ganzen Tag auf der Lippen liegt: “Wie sieht es aus? Weißt du schon etwas von der Lieferung? Wann kann ich sie abholen?” Sein gegenüber erwidert ihm: “Alles läuft wie geplant. Wir können uns in einer Stunde im Hinterhof meiner alten Firma treffen. Aber bevor ich dir den Schlüssel gebe, bist du mir noch etwas Schuldig!”

Philipp schiebt mit dem Fuß den Rucksack Richtung Conny. Dieser öffnet ihn und sieht mehrere Bündel 100 Euro-Scheine. Mit einem Lächeln im Gesicht legt er wie versprochen den Schlüssel auf den Tisch.

“Weißt du was? Zur Feier des Tages bestell ich uns zwei kleine Bier! Ich gehe kurz an die Bar und komme dann!” freut sich Philipp und dreht dabei seinen Kopf leicht zur Seite. Conny nickt die Idee ab und wirft nochmals einen Blick in den Rucksack.

Philipp betritt das Kaffeehaus und bestellt an der Bar die zwei Bier. Als er mit den Getränken wieder hinausgehen will, bricht draußen ein riesiges Chaos aus. Mehrere schwer bewaffnete Polizisten stürmen zum Tisch, an dem noch Conny sitzt. Einer der Polizisten drückt ihn zu Boden und hält seine Hände auf den Rücken. Der Inspektor kommt herbei und verhaftet Conny und befielt den Polizisten, dass sie den verdächten abführen sollen.

Zu diesem Zeitpunkt tritt Philipp zur Tür raus. Er reicht dem Inspektor eines der Biere, zieht eine Zigarette aus der Schachtel und zündet sich diese an. Nach einem tiefen Zug spricht er zum Inspektor: “ Weißt du Fred, du kannst dir gar nicht vorstellen, wie sehr ich mich auf ein Wiedersehen mit meiner Familie freue! Zwei Jahre Undercover sind einfach zu viel!”

© Fabe 2021-02-23

Kommentare

Gehöre zu den Ersten, die die Geschichte kommentieren

Jede*r Autor*in freut sich über Feedback! Registriere dich kostenlos,
um einen Kommentar zu hinterlassen.