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#neubeginn#liebesroman#liebesglück

Ein Tropfen zu viel - Hannah und Franz (XX-II)

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Ein Tropfen zu viel - Hannah und Franz (XX-II) | story.one

„Hannah, wollen wir einen Espresso trinken?“

„Klar, der erste Espresso ist immer der Beste.“

„Setzen wir uns die Terrasse des La Losa oder wo willst Du hin?“

Sie bekamen ihren Espresso und sprachen über die geglückte Fahrt an den See, wobei Raphael unkonzentriert war.

„Eli, machst du dir Sorgen um Conny?“

„Wieso?“

„Wo immer deine Aufmerksamkeit ist, hier ist sie nicht.“

Er musste sich zusammenreißen, nicht, dass Hannah in letzter Minute zu früh doch noch etwas bemerkte, von dem, was im Hintergrund vor sich ging.

„Na, ja, vielleicht ein wenig“, versuchte er Hannah auf eine falsche Spur zu führen.

Nachdem sie ihren Espresso getrunken hatten, bummelten sie langsam über die Uferpromenade weiter. Es musste gelingen, mit Hannah in dem Holzpavillon zu gelangen, ohne dass sie Einwände erhob, wegen irgendwelcher früheren Erinnerungen oder etwas in diese Richtung.

Raphael legte beim Weiterlaufen den Arm um seine Schwester. „Ein schöner Tag, findest du nicht.“

„Ja, gelungen. Wenn es morgen so schön ist, könnten wir ja rüber zum André Heller Park.“

„Könnten wir. Dann war ich auch mal drin im botanischen Garten.“ Raphael war etwas unruhig, schaute sich vorsichtig um, als würde er wen suchen, was Hannah jedoch jetzt entging.

„Wir sollten früh hinfahren. Beim letzten Mal waren wir einfach zu spät dran, um noch hineinzukommen.“

„Machen wir. Also erst Gardone Riviera und später dann noch Salo.“

So den nächsten Tag planend, kamen sie zum Holzpavillon.

„Komm Hannah, lass uns vorne vom Geländer noch ein wenig die romantische Frühabendstimmung über dem See genießen.“

Hannah blickte ihren Bruder einen Moment lang von der Seite an.

„Was ist?“, fragte der.

„Eli, seit wann bist du auf Romantik mit mir aus?“

„Vielleicht vermisse ich Conny.“ Raphael wurde innerlich warm zumute. Nicht auf den letzten Metern sich doch noch verraten.

„Das lasse ich mal durchgehen“, wobei Hannah nicht überzeugt klang.

Sie lehnten dann am Geländer des Holzpavillons. Es lag eine wirklich schöne Frühabendstimmung über dem See. Die Wasseroberfläche schimmerte tiefblau unter dem wolkenlosen Himmel, der sich zunehmend in warmen Gelbrottönen verfärbte. Raphael hatte wieder den Arm um seine Schwester gelegt, wie viele Male zuvor, sodass es nicht verräterisch wirkte. Und so standen sie eine Weile dort. Raphael gab ihr irgendwann einen brüderlichen Kuss auf die Wange und meinte: „Hannah, ich will, dass du glücklich wirst.“

„Warum sollte ich das nicht werden?“

„Ich wollte das nur gesagt haben.“ Raphael drückte sie an sich. Sie lachten sich an und blickten dann wieder auf den See hinaus. Weit draußen auf dem See segelte die Siora Veronica unter vollen Segeln von Süden herauf gegen Norden.

„Schön wie das Segelschiff dahingleitet.“

„Eli, bleiben wir noch einen Augenblick.“

„Klar, nur ich muss mal schnell wohin. Zu viel Kaffee vorhin.“

„Geh schon, ich warte so lange.“

„Bis gleich.“ Raphael entfernte sich und er hoffte nur, dass Hannah sich jetzt nicht umdrehen würde.

© Fabiennne 2021-07-22

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