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Auf den Spuren des Zauberlehrlings

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Auf den Spuren des Zauberlehrlings | story.one

Schottland war eine Hommage an einen berühmten Zauberlehrling, der mich vom ersten Buch an gefesselt und seitdem nicht mehr losgelassen hat. In den Highlands erahnte ich das mächtige Gebäude von Hogwarts mitten in der weiten Landschaft an einem der vielen Lochs, umhüllt von Wolken, durch die manchmal ganz kurz ein Sonnenstrahl auf das saftige Grün der Hügel fiel. Verlassene Schlösser und Burgen trugen das Ihrige dazu bei. Als aus schnell ziehenden Nebelschwaden plötzlich und nur für Momente sichtbar der Old Man of Storr auftauchte und einem bösen Zauberer gleich zornig von oben herabsah ehe er wieder im weißen Nichts verschwand, war die Magie spürbar. Passend dazu der häufige Niederschlag, in dessen kühlem Nass ich 1 Stunde auf The Jacobite wartete. Jenen Zug, der als Oldtimer-Dampflock durch die Lande zieht und der als Vorbild für den Hogwarts-Express gedient hat. Er wurde in einem der Filme verewigt während er über jenes Viadukt ratterte, über dem ich auf ihn wartete. Als er schnaubend um die Kurve kam, fühlte ich mich, als würde er mich mitnehmen auf eine mystische Reise, deren Ende ich nicht kannte: auf die Reise zu mir selbst, meinen Gedanken und zu ganz viel Inspiration. Wie viele Seiten habe ich doch geschrieben, etwa im strömenden Regen auf einem Campingplatz direkt unter dem wachenden Auge von Ben Nevis, dessen Gipfel langsam weiß wurde – und das im August. Oder auf der Isle of Skye, im Wohnwagen mit Blick auf das wilde Meer, über dessen tosende Wellen sich gerade ein Regenbogen erstreckte und bei einer Hütte an Land endete. Oder am Neist Point als die Sonne direkt hinter dem alten Lighthouse unterging und ihre prächtigste Farbpalette auf den Himmel malte.

10 Tage tingelten wir als Fahrende mit dem Wohnwagen durch die unberührte, einsame Natur von Schottlands Norden bevor wir nach Edinburgh zurückkehrten und mitten im Fringe-Festival landeten, einem einzigartigen Spektakel mit Künstlern aus aller Welt und unzähligen Darbietungen in Theatern oder direkt auf der Straße. Die Darsteller waren allesamt Magier, die uns ein verzücktes Lächeln aufs Gesicht, Ehrfurcht vor den waghalsigen Bewegungen in die Herzen oder eine Blume hinter dem Ohr hervorzauberten. Die ganze Stadt war Bühne und erfüllt von einer unglaublichen, künstlerischen Energie. Nicht zu vergessen der junge Mr. Potter, der in dieser Stadt erschaffen wurde, und auf dessen Spuren ich weiterhin wandelte: Ich entdeckte die Winkelgasse mit einem Geschäft, das tatsächlich so anmutete, als wäre es dem Film entsprungen, das Hotel, in dem Rowling geschrieben hatte, die Schule, die mit ihren 4 Türmen die Vorlage für Hogwarts mit seinen 4 Häusern wurde. Zu guter Letzt stand ich auf einem Friedhof, der Inspiration der Autorin für ihre Namensgebung, vor der Kultstätte des Bösen: Tom Riddles Grabstein.

So begleitete mich Harry durch Schottland und bei der Magie, die in diesem Land so stark für mich spürbar war, konnte er nichts anderes werden als Zauberer.

© Verena Lechner 2021-03-14

Reisen

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