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Eins mit dem Meer

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Eins mit dem Meer | story.one

Eine ganz besondere Verbundenheit. Aufregung. Unendliches Glück. Es ist einfach unbeschreiblich. Mein Körper ist in Extase und kann nicht mehr von mir gesteuert werden. Ich fasse es nicht und kreische vor lauter Freude in meinen Schnorchel hinein. Gleichzeitig schwimme ich so schnell, dass sich mein eigentlich immer sehr gut und fest sitzender Badeanzug aufbläst und er mir fast herunterrutscht. In meinem ganzen Leben bin ich noch nie so schnell geschwommen. Die Flossen paddeln wie wild unter Wasser. Die Arme sind an meinen Körper gepresst. Ich beiße ganz fest in den Schnorchel hinein. Und schwimme.

Ich bin umringt vom offenen Meer. Vom Pazifischen Ozean. Und: Ich befinde mich inmitten eines unglaublichen Konzertes. Aus allen Richtungen wird gepfiffen, geschnattert und geklickt. Vor mir. Hinter mir. Neben mir. Und auch unter mir.

Mein Herz klopft. Ich werde immer schneller und schneller. Das Wasser ist klar und angenehm warm. Die dunklen Schatten unter mir kommen immer näher. Mein Herz rast. Und da passiert es schon wieder. Ich quieke einen Freudenschrei in meinen Schnorchel hinein.

Der Schatten unter mir antwortet. Quiekt zurück. Er bewegt sich in meine Richtung. Langsam erkenne ich die Umrisse dieses Wesens. Es dreht sich wie ein Bohrer im Kreis, nur sieht es dabei äußerst graziös aus. Fast majestätisch. Ein Tänzer inmitten dieses besonderen Klick-Konzerts. Er taucht weiter auf und mir wird jetzt erst bewusst, wie groß er ist.

Ich halte den Atem an. Er tänzelt an mir vorbei, so knapp, dass ich durch das Wasser seine Bewegung spüre. Es ist so ein wunderschönes Geschöpf, die Oberseite dunkelgrau und unterseits cremefarben. Ich bin so beeindruckt von diesem Tier, dass ich die Umwelt nicht wahrnehme. Ich realisiere nicht, dass die anderen Schatten ebenfalls näher kommen.

Auf einmal bin ich mitten drin. Fühle mich als Teil dieser Gruppe. Denn jetzt bin ich Teil einer Delfinschule. Umringt von ungefähr 30 der schönsten Kreaturen auf unserem Planeten. Und als wäre das nicht schön genug, gesellt sich ein Baby Delfin zu mir. Er kann weit nicht so tief abtauchen wie die anderen und bleibt deshalb sehr nahe an der Oberfläche. Er ist ausgesprochen neugierig und schwimmt um mich herum. Verspielt dreht er sich um seine eigene Achse und springt immer und immer wieder aus dem Wasser um zu zeigen, was es schon kann. Er möchte mich scheinbar beeindrucken. Mama Delfin ist immer in der Nähe und gibt Acht.

Auch wenn ich diesen Moment mit allen Sinnen genießen möchte, so will ich mich auch ewig an dieses Junges erinnern. Ich zücke meine Unterwasserkamera, die um meinen Hals hängt und unter dem aufgeblasenen Badeanzug verschwunden ist, und halte den Augenblick fest. Für immer.

Gleich danach lasse ich die Kamera wieder los, lausche dem herrlichen Gesang und tanze mit meinen neuen Freunden im großen blauen Ozean. Vor lauter Glück quieke ich noch einmal in mein Mundstück hinein und trage somit meinen Teil zum Unterwasserkonzert bei.

© Geographin 2021-01-18

ReisenReif für die Insel

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