skip to main content

#kaffee#tochter#geburtstag

ein heißer Julitag

  • 103
ein heißer Julitag | story.one

Es war ein heißer Julitag, schon am Morgen im Badezimmer trieb es mir die Schweißperlen aus allen Poren und ich überlegte, ob ich den ganzen Tag unter der Dusche verbringen sollte, doch ich verwarf diesen Gedanken schnell wieder. Ich war ja zu einer Geburtstagsfeier eingeladen, die auf einer Almhütte stattfinden sollte.

Als ich mich in mein Badetuch wickelte, ertönte aus dem Radio „i sing a Lied für di“ und ich schwebte beschwingt aus dem Badezimmer, drehte ein paar Pirouetten am Weg zur Kaffeemaschine und machte es mir dann auf meiner Terrasse bequem, legte die Füße hoch und genoss den Tagesbeginn.

In die Stille des Morgens meldete sich mein Telefon, es läutet laut und schrill, ich warf einen vernichtenden Blick drauf, nahm es aber widerwillig in die Hand und meldete mich. Meine Laune besserte sich sofort, als ich die Stimme meiner Tochter vernahm. Gut gelaunt wie immer, erkundiget sie sich nach meinem Befinden und ich erzählte ihr von der bevorstehenden Feier auf der Almhütte. Wir plauderten noch eine Weile und dann wünschte sie mir noch gute Unterhaltung, ich legte das Telefon zur Seite und hing wieder meinen Gedanken nach.

Meine Freundin, gleich alt wie ich, erfolgreich und beliebt, jedoch nicht verheiratet, also eine richtige Businessfrau, doch ist sie immer mit beiden Beinen am Boden geblieben.

Langsam riss ich mich von meinen Erinnerungen los und marschierte wieder ins Bad, brachte meine Haare in Form und rückte mein Gesicht in ein besseres Licht, naja die kleinen Fältchen waren ja nicht mehr zu übersehen, doch ich war mit meinem Resultat zufrieden.

Jetzt durfte ich mich nicht mehr viel bewegen, deshalb ging langsam zum Wagen, schaltete die Klimaanlage ein und machte mich auf den Weg. Die Straßen waren wenig befahren, da sich alle Menschen wahrscheinlich an den Seen befanden, nur ich fuhr auf die Alm.

Die letzten beiden Kilometer waren zu Fuß zurückzulegen und da ich keine Berggeherin war, kam ich nur langsam weiter, doch ich hatte keine Eile, ich hatte noch viel Zeit. Ich setzte mich mal auf eine Bank in den Schatten einer großer Eiche, dann wieder in die Wiese neben einem kleinen Bächlein und rechtzeitig konnte ich die Hütte erreichen, ich war die Letzte. Die Hütte lag am Waldrand und man hatte einen grandiosen Ausblick hinunter ins Tal.

Ich wurde mit einem lauten Hallo begrüßt und ich fühlte mich dabei wie das Geburtstagskind, oder war ich es ????

© Gina 2020-08-23

Kommentare

Gehöre zu den Ersten, die die Geschichte kommentieren

Jede*r Autor*in freut sich über Feedback! Registriere dich kostenlos,
um einen Kommentar zu hinterlassen.