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#angst#wasser#bruder

Kindheitserinnerungen

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Kindheitserinnerungen | story.one

Heute ist wieder so ein trĂŒber, nebeliger Tag und keine Aussicht auf Besserung, dabei habe ich mich so auf den Nachmittag gefreut.Jetzt sitze ich vor meinem PC und kein Gedankenblitz durchzuckt meinen Kopf, ich lehne mich zurĂŒck und schließe die Augen.

Ich höre die Nachbarskinder lachenund plötzlich bin ich Kind.

Ich war immer ein Wildfang, meine Oma sagte immer „Àrger als die beiden Buben“, das war immer ihr Spruch, doch ich kam mir ganz normal vor. Ich spielte fast nie mit Puppen, ich spielte mit den Nachbarsjungen Fußball, ich kletterte auf jeden Baum und ich liebte die Natur, unerforschte WĂ€lder und den steilen Hang zum Fluss. Dieser Hang war immer der Lieblingsspielplatz aller.

Jetzt huscht ein LĂ€cheln ĂŒber mein Gesicht.

Der alte Weg, oder besser Steig, der zum Fluss hinunter fĂŒhrte war damals schon sehr verwachsen, in Felsen eingeschlagene Stufen teilweise abgebröckelt und am Ende noch eine schmale Metallleiter. Dann befand man sich am Rande der Wehr, ĂŒber die das Wasser der Traun floss, von dort musste man mit einem kleinen Sprung ans Flussufer springen. Das war ein gefĂ€hrliches Unterfangen, doch damals kannte wir keine Angst, denn wenn einer zu kurz sprang landete er im Wasser und alle lachten, derjenige natĂŒrlich nicht. Der der einmal nicht lachte, war mein Bruder, ein Jahr jĂŒnger als ich, also zehn. Der sprang und landete mit dem Popo im Wasser, er war pitschnass und es war erst April. Es schien die Sonne, doch ein kĂŒhler Luftzug lies meinen Bruder schnell frösteln, deshalb zog er einfach die Hose und das Hemd aus, hĂ€ngte es auf einen Strauch und lief nackt herum. Wir hatten trotzdem Spaß, oder grade deswegen?

An die RĂŒckkehr denke ich nicht so gerne zurĂŒck, denn meine BrĂŒder und ich bekamen eine Woche Hausarrest, mussten lernen und konnten uns nicht vergnĂŒgen, das war eine lange und fade Woche.

© Gina 2020-11-25

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