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Ein Netzwerk lebt zuerst vom Geben

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Ein Netzwerk lebt zuerst vom Geben | story.one

Ein Netzwerk lebt zuerst vom Geben. Ich könnte einige persönliche Geschichten anführen, wieso dieses Credo auch in der Praxis funktioniert. Nicht immer auf einer materiellen, aber sehr wohl auf einer emotionalen Ebene. Doch statt konkrete Beispiele zu nennen, zähle ich drei zentrale Eigenschaften auf, die aus meiner Sicht einen ehrbaren Netzwerker ausmachen: Aufmerksamkeit, Freude und Geduld.

Aufmerksamkeit

Es sind die kleinen Gesten, die berufliche Kontakte oder flüchtige Bekannte langsam zu Freunden werden lassen. Jemandem zum Geburtstag oder zur beruflichen Veränderung gratulieren (Danke an die sozialen Medien), eine interessante Studie weiterleiten oder einen Urlaubstipp geben dauert oftmals nicht länger als 2 Minuten und ist immer eine gut investierte Zeit. So bleibt man in Erinnerung.

Aufmerksam (wie bei einem Fieldtrip) durch die private und berufliche Welt zu gehen, macht umso mehr Sinn, wenn man dadurch die Chance hat, unterschiedliche Personen miteinander zu vernetzen. Dafür muss man am Radar haben, wer für wen interessant sein könnte. So wie der Vermittler bei einer Partnerbörse; nur ohne Schmusen. Und ein wenig auf das Gossip hören, gehört auch dazu.

Freu(n)de

Kontakte muss man pflegen. Durch Aufmerksamkeiten oder einen regelmäßigen Austausch, egal ob virtuell oder persönlich. Klar ist jedoch: bei einem gemeinsamen Essen oder Glaserl Wein kann man sich leichter über informell-berufliche oder private Dinge austauschen als im nüchternen Meetingraum. Wenn man in weiterer Folge dann sogar zwei Menschen, die man schätzt, zusammenbringt, und sieht, wie diese auch noch voneinander profitieren, dann macht das einfach Freude und ist Genugtuung allein. Da braucht es keine extra Gegenleistung.

Geduld

Unsere Gesellschaft ist getrieben von Belohnungen. `Favour for a Favour` war lange das Motto. Wenn man sich jedoch bei jedem vermittelten Kontakt oder Gefallen etwas erwartet, wird es langfristig nicht funktionieren. Nicht immer, wenn man in Vorleistung geht, muss es eine adäquate Gegenleistung geben. Daher weg von der materiellen Belohnung, hin zur emotionalen Belohnung. Wenn es einem Freude macht Kontakte zu pflegen, ist es egal, ob man davon profitiert oder nicht. Man hat es für sich selbst und die Menschen gemacht, die einem etwas bedeuten. Außerdem ist man menschlich in der komfortableren Position, wenn man nicht auf einen Gefallen angewiesen ist. Daher Geduld; auf lange Sicht zahlt sich Engagement in Netzwerke immer aus. Sogar wenn nie etwas konkretes zurückkommt.

Ein Netzwerk besteht wie ein Fischernetz immer aus einzelnen Knotenverbindungen. Jeder einzelne dieser Knoten benötigt Zeit, Geduld und Aufmerksamkeit in der Erstellung. Und wenn er hält, ist man froh. Manche der Knoten lösen sich über die Jahre wieder, andere werden noch fester. Sicher ist: Wer jeden Knoten über die Jahre sorgfältig behandelt, kann sich darauf verlassen, dass das ganze Netz hält.

Euer Lenz

© GP_DDWS_Corporate_Advisors 2020-07-06

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