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#hundeliebe#tierfreund#tierfreundschaft

Es muss Schicksal sein

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Es muss Schicksal sein | story.one

Sehr oft in meinem bisherigen Leben stellte ich mir die Frage, ob das, was man im Lauf der Zeit erlebt, vom Zufall abhängt, oder ob es Bestimmung oder Schicksal ist.

Es war in der Vorweihnachtszeit. Ich befuhr mit dem Auto, unweit unseres Wohnhauses, eine Gemeindestraße, die ich im Grunde nie befahre. An einer Kreuzung musste ich anhalten, weil ein junges Paar mit einem kleinen schwarzen Hund die Straße überqueren wollte. ´So ein süßer kleiner Kerl´ schoss es durch meinen Kopf und ich musste ein wenig wehmütig an unseren alten und leider schon ziemlich gebrechlichen 13-jährigen Schäfermischling denken, der schon seit einiger Zeit nicht mehr in der Lage war, ausgedehnte Spaziergänge mit uns zu unternehmen.

Einen Tag später gingen meine Frau und ich spazieren. Und wieder begegnete uns das Paar mit diesem kleinen Welpen – er war einige Wochen alt – an just genau derselben Stelle. Und … das kleine Bündel Fell setzte sich direkt vor meine Füße. Im Zuge des darauffolgenden Gesprächs mit den vermeintlichen Hundebesitzern erfuhren wir, dass sie den Kleinen nur für eine Woche zur Beaufsichtigung hatten, und für ihn dringend ein schönes Plätzchen, sprich ein zuverlässiger Hundebesitzer, gesucht wurde. Ich erzählte ihnen von unserem alten Schäferhund, und dass wir nach seinem Tod wohl für eine längere Zeit keinen Hund aufnehmen wollten. Sollte ich, respektive sollten wir es uns doch noch anders überlegen, müssten wir uns in den nächsten zwei Tagen entscheiden, meinte der Mann, denn dann würde die Besitzerin des Kleinen wieder zurückkommen und ihn bestimmt bald an einen anderen Tierhalter vergeben.

Lange noch überlegten wir an diesem Abend, wie sich unser geliebter treuer Hund, Florian, mit dem Welpen vertragen würde. Außerdem hatte ich mal gehört, dass ein junger Hund einem alten wieder Lebensgeister einhauchen könnte. Kurzum, wir luden die beiden samt dem Fellknäuel schon am nächsten Tag zu uns ein, um es in Erfahrung zu bringen.

Flori, wie wir ihn meist riefen, kümmerte sich nur wenig um den tierischen Besuch. Der Kleine aber schwänzelte um ihn herum und machte sich neugierig im ganzen Haus auf, für ihn Interessantes zu erkunden. Als er sich dann noch vor mir auf den Rücken legte und ich ihm den Bauch kraulte, war es um mich und meinen Vorsatz, nach Flori für zumindest einige Jahre >hundelos< zu bleiben, geschehen. Auch musste ich meine Liebste nicht großartig davon überzeugen, dass wir es schaffen würden, für einige Zeit zwei Hunde liebevoll zu betreuen. Schon am nächsten Tag zog Leo bei uns ein.

Tatsächlich verbesserte sich Floris Zustand für fast ein halbes Jahr deutlich. Die beiden fraßen gemeinsam aus einem Futternapf, lagen zusammen auf der Decke und sogar kleinere Spaziergänge mit beiden waren möglich …

Das ist nun drei Jahre her. Leo hat uns sehr über den schmerzlichen Verlust von Flori hinweggetröstet. Es muss einfach Schicksal gewesen sein, ihm damals an besagter Straßenkreuzung begegnet zu sein.

© Harald Hartl 2021-08-28

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