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#selbstbewusstsein#gendern

Gendern

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Gendern | story.one

Lange hab ich überlegt, dem so heiklen Thema >Gendern< ein paar Zeilen zu widmen. Niemals würde ich im >Sozialen Netzwerk< zu irgendeinem Thema, schon gar nicht zu diesem, pro oder kontra Stellung beziehen, da ich auf beleidigende bis bedrohliche Wortspenden Andersdenkender gut und gerne verzichten kann. Ich denke, in diesem Forum geht das aber durchaus in Ordnung, zumal das Gendern, egal ob mit Paarform oder Schrägstrich, mit Sternchen, Doppelpunkt, Unterstrich oder Binnen-I, kaum jemanden kaltlässt. Ringt es dem einen vielleicht nur ein ungläubiges Kopfschütteln ab, gehen beim anderen womöglich schon die Wogen hoch über soviel Unsinn, der nicht selten von Fernsehsprechern und Innen in Bezug auf eine gendergerechte Ausdruckweise verzapft wird. Dass all diese Formen des ganz normalen Wahnsinns nicht von der amtlichen Rechtschreibung abgedeckt sind, interessiert begeisterte GenderInnen nicht die Bohne; sie bestehen darauf.

Es gäbe so unglaublich viele Beispiele hausgemachten Blödsinns, das eifrige Gendern betreffend, das gut und gerne ein dickes Buch füllen würde - oder mittlerweile sogar schon füllt. Spontan fallen mir einige wenige ein, die mich in der Tat am normalen Hausverstand meiner Artgenossen zweifeln lassen. Bei einem Bericht über die Feuerwehr, in dem ausschließlich Feuerwehrmänner in einem Gemeinschaftsraum zu sehen waren, bezeichnete ein offensichtlich gendergetrimmter Moderator diesen als >Frauschaftsraum<. Eine Steigerung sehe ich in der Bezeichnung >Gästin<, um dem weiblichen Gast die scheinbar notwendige Sichtbarkeit zu verleihen. Eine Berichterstattung im TV über eine Sportmannschaft gipfelte unlängst darin, in dem der übereifrige Sportmoderator von Sportlerinnen faselte, obwohl die Mannschaft mit ausschließlich männlichen Spielern besetzt war. Also alles was Recht ist: Dümmer geht's nimmer. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Mädchen und Frauen, die mit beiden Beinen im Leben stehen und privat wie im Beruf, aber auch im Sport, ihre Frau stehen, kaum Verfechterinnen von >Gendern auf Biegen und Brechen< sind.

Eine angesehene Ärztin und Wissenschafterin genderte in ihrem Vortrag, vor zwei Tagen im TV, kein einziges Mal und bezeichnete sich selbst als Arzt - trotzdem wäre wohl kaum jemandem in den Sinn gekommen, an ihrer Kompetenz zu zweifeln, und dass sie eine Frau war, dürfte auch dem größten Gender-Fan nicht entgangen sein. Eine exzellente und erfolgreiche Handballerin sprach kürzlich von den >Sportlern ihrer Mannschaft< und bewies einmal mehr, dass keine Form des Genderns sie auch nur annähernd so erfolgreich, interessant, bewundernswert, vorbildhaft und sogar attraktiv scheinen lässt, wie eine gute Leistung. Im Übrigen war sie auch noch sehr hübsch, aber mit dieser Bemerkung könnte man sich heutzutage in den vérworrenen Gedankengängen mancher womöglich ins >me too< Abseits begeben. Was für eine verrückte Welt!

© Harald Hartl 2021-10-19

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