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#umweltschutz#tiere#tierfreund

Edler Besuch in unserem Garten

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Edler Besuch in unserem Garten | story.one

Ein fremder Gast hat sich eingeschlichen, kräftig pickt er, ängstlich um sich schauend die Körner unter dem Futterhaus auf.

Er ist dabei sich richtig satt zu fressen, da steigt ein energischer Impuls in mir hoch. Das geht doch nicht, dieses große Hühnervieh frisst doch den kleinen Vögeln das Futter weg. Ich wollte schon diesem Impuls folgen und das Fenster aufreissen um ihn zu verscheuchen. Doch vor diesem Unterfangen hielt mich ein weiterer Gedanke ab, dieses wunderschöne Federvieh hat doch auch Hunger. In der noch kahlen Frühjahrslandschaft hat er es sicher nicht leicht seinen Magen voll zu bekommen. Mitgefühl bemächtigte sich meiner.

Wir leben doch mitten in der Natur, kann jemand der das oberflächlich betrachtet sagen. Stimmt auch, dass wir in der Natur leben, nur bei uns auf dem Flachland bestimmen ausschließlich Felder das Landschaftsbild. Vor dreißig Jahren hatten wir noch Bauern mit Kühen und Schweinen, aber heute werden die Höfe leider nur mehr viehlos betrieben. Kunstdünger und Spritzmittel im Überfluss werden im Frühjahr aufgebracht. Das bedeutet auch, dass ab Spätherbst bis in den Frühling hinein nur die nackte Erde zu sehen ist. Wo sollen da die Vögel Futter finden?

So kommt es, dass Hansi, wie ich den hübschen Fasan nun nenne, jeden Morgen ganz selbstverständlich in unseren Garten marschiert, um sich sein Frühstück schmecken zu lassen. Normalerweise bauen wir im April das Futterhäuschen ab. Da Hansi inzwischen auch seine Liebe mitgebracht hat, wird heuer länger gefüttert. Hansi und Hansiline erfreuen mein Herz. Während ich sie wieder einmal voller Liebe beobachte, spüre ich einen schmerzhaften Stich in meiner Brust. Oh nein, jetzt haben wir Frühling, dann kommt der Sommer, da ist die Welt noch in Ordnung, vielleicht brütet Hansiline auch ihre Jungen in unserem Garten aus. Aber was passiert im Herbst?

Ich sehe sehr lebhaft vor meinen inneren Augen das gefühllose Treiben der Treibjagd. Da kommen die Jäger und fahren mit Traktor und Wagen, auf dem die gejagten Fasane und Hasen hängen, an unserem Haus vorbei. Mit von Stolz geschwollener Brust schießen sie auf alles, was sich regt. Ich werde diese Lust und Freude an diesem fraglichen Sport nie verstehen. Wie kann jemand Freude empfinden, wenn er so ein schönes Tier tötet? In meiner Fantasie sehe ich schon, wie am Ende des Tages das Jägervolk meinen Hansi samt Familie genüsslich verspeist.

Na ja, noch ist Frühling und ich freue mich, dass ich für das schöne Fasanenpaar Gastgeberin sein darf.

© HilivonLinde 2021-05-04

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