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#reisen#schutzengel#ohneworte

…wenn Engel dir den Weg weisen.

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…wenn Engel dir den Weg weisen. | story.one

Vertraue dem Leben.

Als ich vor 3 Jahren meine Reise nach Südamerika antrat, um Spanisch zu lernen, hatte ich neben einer ordentlichen Portion von jugendlicher Leichtigkeit, man könnte es auch Leichtsinn nennen, vor allem auch eine überdimensional große Kolonne an Schutzengeln im Gepäck.

Die riesige Küstenstadt Lima hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Obwohl ich ein Mädchen vom Land bin und die Berge, das Grün und die lieblichen Seen über alles liebe, spürte ich eine tiefe Berührtheit und Faszination, die Lima in mir erweckte.Nach einigen Tagen an der Küste beschließ ich die Innenstadt zu erkunden.Wenn jemand die Wiener U-Bahn zur Rushhour kennt und das Gedränge mit Zehn multipliziert, dann ist man ungefähr bei der Kategorie, in die ein öffentliches Verkehrsmittel in Lima fällt. So wie eine zu enge Hose, nur noch eine Nummer kleiner.Mein Spanisch war zwar für den touristischen Alltagsgebrauch schon ganz gut, nicht aber für kuriose Ausnahmesituationen. Schon das Einsteigen war eine Kunst für sich, es dauerte nicht lange und ich fand mich irgendwo in der Mitte von hunderten, geschäftigen Südamerikanern und Südamerikanerinnen, eingequetscht und nach Luft ringend.Einige Menschen merkten mir zwar wohl meine Hilflosigkeit an, ich war jedoch so perplex und überfordert, dass ich gar nicht gewusst hätte wie und wen ich um Hilfe bitten sollte. So begann ich einfach gedanklich um Hilfe zu bitten. “Hilfe, Hilfe, Hilfe…", rezitierte ich in meinem Inneren, auf Deutsch, Spanisch und Englisch. Sicher ist sicher.

Aufeinmal, wie eine Lichtung in einem dunklen Wald, hörte ich Anna auf Spanisch lautstark rufen: “Abran paso a la dama", was soviel heißt wie, “Macht Platz für die Dame”. Und sie orderte mich mit bestimmter Geste zu ihr neben sich, auf einen der spärlichen Sitzplätze. Ich sagte nur “Gracias” und das viele male. Sie lachte mich mit einem verschmitzten Lächeln an. Wir verstanden uns ohne Worte.

Sie fragt mich, wo ich hinwolle und ich antwortet, dass ich mir gerne die San Francisco Kirche ansehen wolle, jedoch in die falsche Richtung gefahren sei, somit am anderen Ende der Stadt gelandet bin und nun keinen Plan mehr habe. Anna antwortet mir: “So ein Zufall, das ist genau mein Weg. Ich bring dich hin.”

So verbrachten wir eine wundervolle, gemeinsame Zeit. Sie erzählte mir viel über Lima und ihre Leben und wie ich wieder sicher nach Hause komme.Auch wenn sie nur kurz war und sich dann unsere Wege für wohl immer trennten, erinnere ich mich gerne an die Begegnung mit der wundervollen Anna. Ich hoffe sie leistet noch lange ihre himmlischen Dienste als Engel auf Erden. <3

© insanftenHaenden 2021-01-01

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