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#lebensfreude#bangkok

Villa Wild Orchid - Bangkok

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Villa Wild Orchid - Bangkok | story.one

Lena war fort. Anna begleitete mich ans andere Ende der Welt. Wir flogen nach Bangkok. „Was versprichst du dir von der Reise?“, fragte Anna. „Was erwartest du?“ „Schönes Wetter“, erklärte ich. „Das wird kein Problem sein. Das schöne Wetter ist garantiert.”

Vor unserer Abreise hatte Toni mich eindringlich vor der brütenden Hitze und stechenden Sonne gewarnt. Kauf dir vernünftige Sonnencreme! Und solltet ihr den Tonle Sap tatsächlich mit dem Speedboat überqueren, dann setzt Cappis auf! Tragt langärmelige Hemden! Die schützen besser als Sonnencreme.

Gemütlich ließ ich mich in einen Sessel in der Lobby der Villa Wild Orchid fallen im Backpackerviertel Banglampoo. Aufbruch, dachte ich. Aufbruch in ein Neues, die große Fahrt. Ich hatte keine Eile. Meine Absicht war zu reisen, zu wandern, die Welt zu entdecken, sie zu erleben. Notwendigkeit und Möglichkeit in weiter Ferne schlägt die Stunde Null. Ich zündete mir eine Zigarette an und bestellte einen Kaffee. Gegen fünfzehn Uhr hatten wir das Guesthouse erreicht, das Toni uns empfohlen hatte.

Das Zimmer nannten sie liebevoll Suite: ein gewöhnliches Doppelzimmer mit Bad, im zweiten Obergeschoss, von dem aus ich unter der Dusche durch die Lamellen des hölzernen Sichtschutzes hinunter auf die Straße blicken konnte. Ich blickte von unserem Badezimmer aus ins angrenzende Haus in die erste Etage eines Massagesalons, wo sich aktuell zwei Asiatinnen mit zwei europäischen Frauen abmühten, sie verbogen und kneteten. Das Zimmer buchten wir für eine Woche. Jetzt wartete ich nur noch auf Anna, die sich oben erfrischte.

Plastiken standen zahlreich in der Lobby verteilt. Figuren aus der indischen Mythologie. Shiva, Ganesha, Buddhastatuen, Drachen - ein Schrein für die Verehrung der Ahnen fehlte nicht. Er stand rechts vom Ausgang.

Weitere Gäste checkten ein. Sie trugen ihr Gepäck die enge Treppe hinauf. Andere checkten aus, zahlten ihre Rechnungen, buchten Ausflüge ins Umland oder warteten wie ich auf ihre Verabredungen. Vergnügte Menschen aus aller Welt Länder trafen in dem Viertel aufeinander.

Vergnügt setzte sich Anna zu mir. Sie trug ein enganliegendes Top, einen kurzen Rock und hatte ihre Schuhe gegen Badelatschen eingetauscht. Sie sah fantastisch aus.

„Wollen wir?”, fragte sie. - Wir gingen durch die schmalen Straßen angrenzend an die Khao San Road, zwängten uns an Händlern und Tuktukfahrern vorbei, vor denen Toni mich eindringlich gewarnt hatte. Das Treiben überwältigte mich. Auf halber Strecke fing es plötzlich an zu regnen. Es schüttete wie aus Kübeln. Zum Ende der Regenzeit keine Seltenheit, wie ich später erfuhr. Um keine nassen Füße zu bekommen, rettete ich mich von einer Bordsteinkante zur nächsten, bis ich schließlich abrutschte und knöcheltief im Wasser stand. Anna begann unwillkürlich zu lachen. “Du trägst Turnschuhe?“, fragte sie. „Niemand hier trägt Turnschuhe! Hat dir Toni das nicht gesagt?

© Jens Hanisch 2021-01-29

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