skip to main content

La bella Signorina K. è molto appassionata

  • 205
La bella Signorina K. è molto appassionata | story.one

Wie jedes Jahr hatte die bEva (=beste Ehefrau von allen) auch im Jahre 2014 am 1. Dezember Geburtstag. Da die Liebe noch jung war, bekam sie natürlich kein Standardgeschenk aus dem Fundus für Fantasielose, sondern eine Kombination aus Spiel, Spaß und Spannung (ohne Schokolade). Ich überreichte ihr eine kleine Schatztruhe und eine Pergamentrolle. In der Schatztruhe befand sich das Puzzle eines Holzbildes in 50 Shades of brown. Auf der Pergamentrolle stand in der sehr gediegenen Schriftart “Edwardian Script ITC” folgendes Rätsel geschrieben.

"Unser Abenteuer beginnt in jener Stadt, in der du im Jahre des Herrn 1967 das Licht der Welt erblickt hast. Wir besteigen ein Fahrzeug jener Organisation die wesentlich zur Senkung des Durchschnittspensionsalters in Österreich beigetragen hat. Wir fahren ohne Umstieg zu jener Station die nach der Schutzpatronin der Armen, Blinden, reuigen Dirnen, kranken Kinder, Anwälte, Bauern, Elektriker, Glaser, Kutscher, Messerschmiede, Näherinnen, Pedelle, Polsterer, Sattler, Schneider, Schreiber und Weber benannt ist. In welcher Stadt wir sind weißt du, wenn du den Hinweis bestehend aus 500 Teilen bereits zusammengesetzt hast. Von dort rollen wir ein paar Minuten mit unseren Koffern zu einer Unterkunft die nach einer Stadt in Oberitalien und einem alten Musikinstrument benannt ist. Dort wurde für uns die vornehmste Kemenate (Superior Deluxe Doppelzimmer) reserviert. Am zweiten Tag unseres Abenteuers feiern wir mit den Eingeborenen jenen Tag, der bei uns Martini wäre. Am dritten Tag werden wir nach Besichtigung der vorhandenen Bauwerke die Heimreise antreten, die dort endet, wo sie begonnen hat. So Sherlock B…zwischen den Zeilen steht alles, was du wissen musst. "

Am Rätsel ist sie kläglich gescheitert und es dauerte doch einige Zeit bis sie das Puzzle aus 500 nahezu identischen braunen Teilen zusammengesetzt hatte. Als sie wusste, in welche Stadt unsere Reise führt, fand sie es molto bene. Dass ich alter Romantiker die Heimatstadt des legendären Frauenverstehers Giacomo C. gewählt hatte, ließ keinen Zweifel an der grande amore.

Wir packten unsere Bagage tutti completti und fuhren mit der österreichischen Staatsbahn in das Land der Catmakers (excuse my backfall in Yellow Egg English). Wir teilten uns diese ganz besondere Stadt mit 1 Million Touristen und 10 Millionen Tauben und trotzdem war es incredibile fantastico.

Wir genossen das dolce vita in vollen Zügen und schlemmten uns durch sämtliche Pastas, Pizzas und ließen kein Frutti di Mare aus. Wir nahmen den Vino rosso, ebenso wie den Vino bianco und zum Einsprudeln einen Prosecco. Und wenn das Ossobuco zu üppig war, hat ein Grappa das Gleichgewicht im Baucherl wiederhergestellt. La vita war einfach bellisima.

Spät am Abend dann begaben sich Signorina und Signore K. ins fürstliche Himmelbett der Deluxe Kemenate und zogen die Seitenteile des Baldachins zu. Was soll ich sagen... La bella Signorina K. é molto appassionata.

© Johann Köppel 2021-02-07

Bella Italia

Kommentare

Gehöre zu den Ersten, die die Geschichte kommentieren

Jede*r Autor*in freut sich über Feedback! Registriere dich kostenlos,
um einen Kommentar zu hinterlassen.