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#liebe#wien#zukunft

Kann man glauben, muss man nicht

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Kann man glauben, muss man nicht | story.one

"Wow - sieh dir diesen Ausblick an!" Fasziniert blicken meine Freundin und ich von der sich drehenden Terrasse des Donauturms ĂŒber das Lichtermeer unter uns. Heute ist Vollmond und wir lassen den Tag mit diesem ganz besonderen Dinner ausklingen.

Auch das Restaurant auf 170m Höhe dreht sich und der 360° Panoramablick verspricht einen wundervollen Abend mit schönen EindrĂŒcken. Unser Tisch steht nahe dem Buffet, wir haben FensterplĂ€tze reserviert. Uns erwartet leckeres Essen, Kultur-Geschichten aus Wien und ein Blick in die Sterne durch die anwesende Astrologin.

Nach der Suppe gehen wir die Runde im Restaurant bis zum Tisch dieser Astrologin. Denn, auch wenn ich nicht glaube, eine Fremde könne mir etwas ĂŒber mich und meine Zukunft erzĂ€hlen, bin ich doch irgendwie neugierig. Und immerhin bin ich schon mal da.

Kaum habe ich ihr meine Geburtsdaten gesagt, legt sie auch schon los. Also, nicht mit Karten - nein, ein Laptop steht vor ihr. "Sie mĂŒssen endlich ihr Widder-Naturell ausleben!" sagt sie mit strenger Stimme. "Nicht umsonst haben Sie diese Magenprobleme." Ok, ich blicke meine Freundin an. Woher weiß sie von meiner Gastritis?! Zufall!

"Frieden und Harmonie sind schön. Trotzdem mĂŒssen Sie mal auf den Tisch hauen und streiten!" Überrascht ĂŒber diese weitere Wahrheit ĂŒber mich frage ich, ob Google das ĂŒber mich ausgespuckt hat. Sie lacht. Jetzt will ich es genauer wissen! Was wohl das kommende Jahr allgemein fĂŒr mich bringen wird?

"Die Sterne sagen, dass Sie im FrĂŒhjahr gesundheitlich fĂŒr lange Zeit ausfallen werden." Ich winke ab. DarĂŒber möchte ich nicht reden, vor allem, weil ich weiß, dass es mir in den letzten Wochen nicht besonders gut ging.

"Die beruflichen Angelegenheiten beruhigen sich," sagt sie, "die Herausforderungen in den letzten Monaten waren ziemlich heftig." Gut, jetzt wird es suspekt. Sie kann unmöglich wissen, was sich im Job abgespielt hatte. Trotzdem trifft sie wieder ins Schwarze.

"Kommen wir zur Liebe." Jetzt lache ich. Liebe?! Uninteressant, das möchte ich gar nicht wissen, lasse sie aber reden. "Menschen mit Ihrer Sternenkonstellation sind, wenn sie Single sind, dies fĂŒr lange, lange Zeit." Autsch. BrĂŒhwarm knallt sie mir auch diese Wahrheit ins Gesicht. "Aber es wird einer in Ihr Leben kommen, im FrĂŒhling wird's sein." Ok, das find ich lĂ€cherlich! "Die Sterne zeigen, dass das wirklich etwas Ernstes sein kann." Mein Herz macht jetzt doch einen kleinen Sprung.

Wenn ich heute, 7 Monate spĂ€ter, darĂŒber nachdenke, wussten die Sterne doch einiges ĂŒber mich: Die Dinge im BĂŒro laufen wieder rund. Im FrĂŒhjahr war ich aus gesundheitlichen GrĂŒnden fĂŒr 8 Wochen ans Bett gefesselt. In dieser Zeit lernte ich auch C. kennen, bei dem ich vom ersten Augenblick an das GefĂŒhl hatte, angekommen zu sein. Außerdem (er)lebe ich energiegeladen und mit voller Hingabe und Begeisterung meine KreativitĂ€t, mein Widder-Naturell. Bloß streiten tu ich noch immer nicht. Das liegt wohl an meinem harmonie-liebenden Sturkopf.

© Katharina Tröstl 2019-06-10

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