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Der Barde und der Mond

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Der Barde und der Mond | story.one

Was für ein Mond! Was für ein Song! Was für ein Barde!

Seiner Einladung bin ich gern gefolgt, sitze am Feuer und lausche. Seine Stimme hüllt mich ein. Gitarrenklänge ertönen. Ich schwinge mit.

8 Lieder über die Liebe versprach er.

Was er singt, sind leidenschaftliche Aufrufe zu Weltenrettung durch eben die Liebe. Mit bildreicher Sprache entführt er mich zum Wissen um unser Sein auf diesem Blauen Planeten, zur Liebe im Herzen, zum Feuerwerk der Gefühle.

Das Feuer vor uns prasselt und flackert. Es singt sein eigenes Lied. Es wärmt und wirft einen hellen Schein auf die drumherum Sitzenden. Unter uns Zuhörern entdeckt der Barde Gandalf und die Erdenhüterin. Er verleiht die Namen an die Menschen, die ihm passend dafür scheinen.

Ich höre und verstehe, sehe Mond und Sterne. Sommerdreieck, Mars, Merkur und Jupiter grüßen uns. Der Himmel ist samtschwarz. Die Lichtglocken der umliegenden Städte sind erloschen.

Der Mond ist um den Kopf des Barden gewandert, der sich Prinz von Ewigkeit nennt. Die versprochenen Lieder sind verklungen. Noch ein letztes Lied, das neunte, schenkt er uns, dann ist Abschied angesagt: "Mademoiselle …" spricht er und tritt auf mich zu. ‘Aha!’, denke ich und schmunzle, ‘Fräulein also.’

"In diesem Leben wohl nicht mehr.", entgegne ich ihm.

Mit einem "Babuschka!" nimmt er mich in den Arm. Nun lache ich hellauf: "Noch nicht." Nun ist er verwirrt, überlegt kurz und läuft Richtung Haus. Wie ein Wirbelwind ist er verschwunden. Ich denke über die Großmutter nach, die er in mir gesehen hat.

Ich folge ihm. Er sucht in seinen Sachen. Tatsächlich ist er mit einem echten Sack unterwegs. Freudestrahlend sagt er: "Matroschka!" und streckt mir eine der Kugligen im dunkelblauen blumengeschmückten Gewand entgegen. Er habe sie kürzlich von einem Schamanen aus Russland zum Geschenke erhalten. Für mich nun schiene sie ihm angemessen. Noch einmal erfreut er sich an dem gelungenen Geschenk und murmelt versonnen: “Matroschka.”

Ein: "Bis später, Sohn.", rutsch mir raus und ich klopfe ihm lächelnd auf die Schulter. Ich hoffe, meine riesiger dunkelblauer Mantel mit den bunten Blumen hat einfach eine Ähnlichkeit für ihn erzeugt.

© Kathrin Schink 2020-10-03

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