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#radtour#wunderdernatur#reiseerlebnisse

In sieben Tagen von null auf vierhundert

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In sieben Tagen von null auf vierhundert | story.one

"Wir fahren ans Meer." Das Abenteuer beginnt in Bozen mit dem Besuch des legendären Ötzi. Frisch belehrt über dessen nachhaltiges Leben, stärken wir uns mit einer Kugel Gelato. Für die Erkundung des schmucken Städtchens im Südtirol nutzen wir unsere Reisebegleiter - zwei rote Leihräder.

Mit Benzin im Blut stellen wir uns der vierhundert Kilometer langen Radtour durch Italien entlang der Etsch, bis ans Meer. Was erwartet uns? Wird es anstrengend? Nach dem Motto: „Die Schildkröte erzählt dir mehr vom Weg als der Hase“, radeln wir am nächsten Morgen gemütlich los. Mit der Stadt im Rücken und Sonnenschein über dem Kopf, halten wir zwischen Weinreben für ein Picknick. Oliven und Brot verwöhnen den Gaumen. Die mit Zypressen und Steinhäusern geprägte Landschaft streichelt die Seele. Urlaub. Die erste Etappe ist geschafft und endet in Trient. Siebzig Kilometer liegen hinter uns. Stolz stellen wir die verstaubten Räder am Hotel ab und erkunden den Stadtkern, bis die Sonne den Tag verabschiedet.

Die nächste Etappe bringt uns zum Gardasee. Während die Räder am Ufer im Kies die Reifen hochlegen, erfrischen wir uns barfuß im blauen See. Die bunte Kulisse von Riva del Garda bildet mit den sattgrünen Bergketten im Hintergrund die perfekte italienische Kulisse. Weiter geht's. Ein Boot bringt uns Vier zum anderen Ende des Sees. Einige Stunden später gehen wir bei Sonnenuntergang in Sirmione an Land.

Fernab vom Wasser, winken wir am nächsten Tag in Verona Shakespeare 's Julia auf ihrem Balkon zu. Auf einer Parkbank vor der pompösen Arena di Verona überraschen uns beim Dinner to go die Klänge einer Live-Oper. Mit Romantik aufgeladen, radeln wir um Mitternacht bei lauwarmer Luft zurück und fallen positiv erschöpft ins Bett.

Der Radweg von Verona nach Vicenza zeigt uns Klöster, Kleinstädte, Serpentinen und üppige Obstplantagen. Beim Radeln erschnuppern wir Äpfel, Weintrauben und Pfirsiche. Abano steht für Wellness. Der Ort ist eine wohlverdiente Verschnaufpause vor der letzten Etappe nach Venedig.

Lachende Möwen gleiten über uns und deuten die Nähe zum Meer an. In der Lagunenstadt auf Stelzen geben wir die liebgewonnenen Reisebegleiter wieder ab. Dankend winken wir ihnen zum Abschied zu, als sich das Wassertaxi vom Steg entfernt.

Touristen, die für einen Wochenend-Trip eingeflogen sind, überfluten die Altstadt. Entschleunigt stellen wir fest: "Das sind wohl die Hasen, die vom Weg hierher nicht so viel erzählen können, wie wir."

© kavirasch_author 2021-04-30

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