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Blood

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Blood | story.one

Spende Blut, rette Leben! Mit diesem Slogan wirbt das Bayerische Rote Kreuz fĂŒr die Blutspende. Besonders jetzt in den Sommermonaten ist das Blut knapp. Viele Leute sind in den Ferien und gehen nicht zur Spende, gleichzeitig werden aber mehr Konserven gebraucht, da mehr UnfĂ€lle passieren.

Das erste Mal fremdes Blut erhielt ich nach meinem ersten oder zweiten Chemotherapie-Zyklus. Um dem HĂ€moglobin nachzuhelfen. Das starke Herzrasen ließ nach. Auch bekam ich wieder etwas Farbe im Gesicht und fĂŒhlte mich insgesamt etwas besser.

Ich wusste, dass es zu meinem Besten ist, trotzdem war es schon ein merkwĂŒrdiges GefĂŒhl. Ich war froh, dass gerade eine Freundin zu Besuch war. Der junge Arzt, der mir die Konserve ansteckte, war sehr freundlich und bemĂŒht. Blutgruppe und was weiß ich was alles wurden vor der Gabe abgeglichen. Der Arzt erzĂ€hlte mir, dass er im LKH Salzburg ein Praktikum mache und ich die Erste sei, der er Blut verabreiche. Ob die Erste im ganzen Leben oder im Praktikum, das weiß ich nicht.

Das Blut wird vor der Gabe grĂŒndlichst untersucht. Trotzdem besteht ein minimales Restrisiko, dass der EmpfĂ€nger AIDS oder eine andere Infektionskrankheit bekommt. Nicht so ein prickelndes GefĂŒhl.

Fast nach jeder Therapie wurden mir auch Thrombozyten verabreicht. Das sind die BlutblĂ€ttchen. Sie sorgen dafĂŒr, dass das Blut gerinnt. Wenn die Thrombozyten wieder gestiegen sind, so klang meist die schmerzhafte MundschleimhautentzĂŒndung, eine Nebenwirkung der Chemo, ab. Die BlĂ€ttchen sind nicht rot wie das Blut, sondern gelb.

So lag ich also da auf meinem Krankenbett und beobachtete, wie die gelbe FlĂŒssigkeit in mich hineinrann. Als ich dann erblickte, dass die Blutgruppe, welche auf dem Beutel aufgedruckt war, nicht mit meiner ident war, flog ich vor Schock fast aus dem Bett. Ich lĂ€utete der Schwester. Sie erklĂ€rte mir dann, dass das bei den Thrombozyten egal ist. Puh, was war ich erleichtert!

Nach meinem fĂŒnften Zyklus verabreichte mir wieder der nette junge Arzt das Blut. Es war mitten in der Nacht. Ich war völlig fertig. Sanft streichelte er mir ĂŒber mein Bein. Er war wieder sehr freundlich und sagte mir, wie tapfer ich doch sei. Ich sei die Letzte, der er in seinem Praktikum im LKH Blut anstecke. Sein Praktikum war zu Ende.

FĂŒr mich war es die hoffentlich vorletzte Blutkonserve in meinem Leben. Die vorletzte deshalb, weil ich auch nach meinem sechsten Zyklus noch mal eine bekam.

Und ich freue mich schon, wenn ich wieder selbst Blut spenden darf. Erstens, weil es ein Zeichen ist, dass ich wieder ganz gesund bin. Und zweitens, weil auch ich wieder anderen Menschen helfen kann, so wie mir einst geholfen worden ist. Was fĂŒr ein schönes GefĂŒhl!

Wie viel wert so eine Spende ist, wird einem vielleicht erst dann bewusst, wenn man tatsÀchlich selbst eine braucht.

© Kristina Fenninger 2019-07-18

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