skip to main content

#mutmacher

Diese neugierigen Leute

  • 306
Diese neugierigen Leute | story.one

„Neigierige Leid sterm boid“. Auf Deutsch: „Neugierige Leute sterben bald“. Ein Satz, den ich in meiner Kindheit öfter hörte, wenn ich jemanden etwas fragte. Für mich kommt es darauf an, wieso ich einen Menschen manchmal eine neugierige Frage stelle. Interessiert mich diese Person und ihre/seine Geschichte wirklich? Oder möchte ich nur etwas über einen Menschen erfahren, damit ich ihn ausrichten kann? Etwas zum Tratschen bei anderen Leuten habe und somit mich selbst damit interessant zu machen? Ganz früher war ich vielleicht schon ein wenig ein Ratschkathl, dass gebe ich ganz ehrlich zu. Es hatte aber auch einen Grund, warum ich so war. Ich dachte, es wäre cool, ein wenig über andere herzuziehen. Vielleicht machte ich das auch, weil ich unsicher war und von dieser Unsicherheit ablenken wollte. Wahrscheinlich.

Doch heute ist das ganz anders. Wenn ich einem Menschen eine vielleicht etwas neugierige Frage stelle, dann nicht, damit ich etwas zum Reden bei den anderen habe. Sondern, weil mich diese Person und seine Geschichten echt interessieren. So kommt es dann schon mal vor, dass ich dem einen oder anderen Geschichtenschreiber hier auf der Plattform eine persönliche Nachricht schreibe, weil ich ihre oder seine Geschichte spannend, schön oder interessant finde und ich deshalb gerne etwas mehr über den Menschen erfahren möchte (gell..., jetzt habe ich ein paar Schreiberlinge im Kopf, ich will aber keine Namen nennen :)). Meine Neugierde an Menschen gründet also heutzutage auf ehrlichem Interesse am anderen oder entspringt meiner persönlichen Inspiration. Manchmal überlege ich mir ehrlich gesagt schon, was der oder die andere jetzt denkt, wenn ich so neugierig nachfrage. Aber ich zwinge ja niemanden dazu, mir eine Antwort zu geben.

Wenn jemand mir persönlich eine Frage stellt, dann glaub ich mittlerweile unterscheiden zu können, ob es ehrliches Interesse ist, dass sie oder er mir entgegen bringt. Und ich finde es ganz schön, wenn jemand ehrlich interessiert ist an mir und meinem Leben. Auch freue ich mich, wenn ich in Gesprächen und manchmal halt vielleicht auch durchs Fragen auf Ideen komme und gleichzeitig anderen mit meinen Werken einen Input geben kann. „Du inspirierst mich“, hat mir im Herbst ein mir wichtiger Mensch geschrieben, als ich ihm mein erstes Büchlein schenkte. Ich freute mich sehr. Das war wirklich ein schönes Gefühl. Hätte mir früher nämlich jemand gesagt, dass ich mit meinen Werken andere auf Ideen bringe, so hätte ich das kaum glauben können.

Im neugierigen ernst gemeinten Austausch mit anderen können also nicht nur wunderbare Freundschaften, sondern auch tolle Ideen entstehen. Wie schön ist das denn bitte.

Und was bleibt mir jetzt mal wieder anderes übrig, als wie schon so oft, danke story.one zu sagen. Danke für die vielen Möglichkeiten, die ihr uns hier bietet. Chapeau.

© Kristina Fenninger 2020-02-09

mutmacher

Kommentare

Gehöre zu den Ersten, die die Geschichte kommentieren

Jede*r Autor*in freut sich über Feedback! Registriere dich kostenlos,
um einen Kommentar zu hinterlassen.