skip to main content

Leute, was ist los mit euch?

  • 233
Leute, was ist los mit euch? | story.one

Auf seinem Fahrrad macht er sich auf den Weg nach Hause, in der Mittagspause, der Christoph. In Gedanken ist er schon bei der leckeren selbstgebackenen Pizza seiner Liebsten! Wenn sie derzeit schon nicht in den SĂŒden können, so holen sie sich ihn eben nach Hause, haben die beiden beschlossen.

Plötzlich hĂ€lt auf seiner Höhe ein Auto an. Ein betagtes (ihm bekanntes) Ehepaar ist Besitzer des GefĂ€hrtes. Der Mann schwer krank, schon lange. „Christoph, Griaß di, wia long hobts ihr heit auf in der Mui? I muass nu a Erdn kaffn fĂŒr de Blermen am Friedhof!“ („GrĂŒĂŸ dich, wie lange habt ihr heute in der MĂŒhle auf? Ich muss noch Erde kaufen fĂŒr die Blumen am Friedhof“). Als Christoph seiner Freundin, also mir, von der Begegnung erzĂ€hlt, finde ich das ja fast lustig, wĂ€re es nicht so traurig. Wirklich! Ich weiß nicht Leute, wollt ihr, dass man Blumen fĂŒr eure GrĂ€ber kaufen muss, wenn das alles vorbei ist? Weil ihr das Ganze vielleicht nicht ĂŒberlebt habt, wegen so einer NachlĂ€ssigkeit! Wollt ihr die derzeit eh schon sehr strapazierten PflegekrĂ€fte noch mehr an ihre Grenzen bringen? Wollt ihr das wirklich? Wenn ihr euch nur selbst gefĂ€hrden wĂŒrdet mit solchen Aktionen, so möchte ich nicht sagen, dass es mir dann egal wĂ€re, aber auf jeden Fall noch eher, als wenn ihr damit die ganze Gesellschaft gefĂ€hrdet!

„Du gehörst ja nicht zur Risikogruppe“, sagt mir ein Mann, weil ich heute unsere Hunde nicht zusammen spielen lasse. „Woher um alles in der Welt willst du das wissen?“, denke ich mir und antworte mit: „Doch, gehöre ich schon.“

Und selbst wenn ich dieser Gruppe nicht angehörte, wĂŒrde ich kein Risiko eingehen wollen, eben um andere zu schĂŒtzen. Egal ob jung oder alt, krank oder gesund! Doch betrifft es mich direkt, und ich sage euch, ich habe mir mein Leben und meine Gesundheit nicht mĂŒhsam zurĂŒck gekĂ€mpft um dann zu sterben, weil ihr euch nicht an die Regeln haltet.

Auch in dieser Situation, wie wir sie jetzt gerade haben, hilft wie meist im Leben ein Blick ĂŒber den Tellerrand. Danke!

NatĂŒrlich will ich mit dieser Geschichte nicht alle in einen Topf schmeißen. Das aber wisst ihr wahrscheinlich eh! Und natĂŒrlich will ich damit auch nicht sagen, dass jeder, der sich mit dem Virus ansteckt, selbst schuld daran ist.

Und nein, ich habe keine Panik, aber Respekt, vor dem Virus, aber noch mehr vor meinen Mitmenschen. Und gerade deswegen halte ich mich an die Regeln.

Alles Gute!

© Kristina Fenninger 2020-03-18

Kommentare

Gehöre zu den Ersten, die die Geschichte kommentieren

Jede*r Autor*in freut sich ĂŒber Feedback! Registriere dich kostenlos,
um einen Kommentar zu hinterlassen.