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#humorvoll#ikeachallenge

Mutterbusen und ein Liebesnest

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Mutterbusen und ein Liebesnest | story.one

Da war ich letztens bei Gabi zum Kreislauf-in-Schwung-Bringen Prosecco, Bio-Käse, Heidelbeerfrühstück eingeladen. Da ich weiß, dass die Gabi leidenschaftlich gern zu Ikea geht, habe ich sie gefragt, ob sie nicht eine Geschichte auf Lager hat. Ich möchte da bei der IKEA-Challenge mitmachen. Gabi begann zu lachen und erzählte:

Es waren Sommerferien und sie mit ihrem dritten Kind schwanger.

Geburtstermin war für Mitte September berechnet. Die Ferien hatte sie lieber mit ihrem Mann und den zwei Heranwachsenden mit Sonne-aufs-Babybäuchlein-scheinen-lassen und Meeresluft atmen verbracht, anstatt das Babyzimmer einzurichten. Nach zwei Kindern ist Schluss, da waren sie und ihr Mann Gerd sich schnell einig. Also das gesamte Zeugs am Flohmarkt verscherbelt.

Da waren sie schon sehr erstaunt, als sich dann doch noch ein Kind ankündigte. Gar nicht erklären konnten sie sich das, hatten sie doch beim Liebesakt immer, ja wirklich immer, einen Billyboy verwendet.

Wie das dann doch passieren konnte, das wisse sie nicht. Und ehrlich, so ganz genau will ich das auch gar nicht wissen. Wirklich nicht!

Schnell wie Gerds Spermium und zu früh war dann also auch die Riki geboren. Das Babyzimmer uneingerichtet. Um also das Baby vor einem Tod durch nächtliches Erdrücken im Ehebett zu bewahren, war man sich schnell einig: Es muss zu Ikea gefahren werden, ein Gitterbett muss her. Gerds Babyurlaub war für Wochen später anberaumt und nicht eher konsumierbar. So machte sich Gabi mit ihrem immer noch Ferien habenden Emil, dem möchte-gern Schulkind Ida und dem Baby auf den Weg in den schwedischen Möbelhimmel.

Dort angekommen schrie Ida wie am Spieß - sie hatte Hunger. Gabi nahm auf einem Bett Platz, holte ihren prallen Milchbusen hervor und säugte ihr Baby, die anderen zwei Kinder hingen an ihrem Rockzipfel.

Sie hatten ebenfalls Hunger. Er wollte Köttbullar und sie Hotdog mit Ketchup.

Als dann ein pubertierendes Pärchen daherkam, welches unbedingt auf dem Bett probeliegen wollte, auf welchem sie gerade saß, verlor sie fast die Nerven. „Die Betten sind nicht zum Stillen, sondern zum Testen da, sie solle gefälligst ihr Kind am Klo stillen“, erklärte ihr die rotzfreche wohl auf der Suche nach einem kuscheligen Liebesnest Göre mit den langen lila Haaren.

Gabi packte schweigend ein. Ein großer Milchfleck zierte ihre rosa Bluse. Hätte sie jetzt etwas gesagt, so wäre das nichts Nettes gewesen. Sie nahm ihre Kinder und ging ins Restaurant. Riki war zumindest für die nächsten Augenblicke satt.

Zwei Stunden später war sie dann sehr erleichtert, als sie endlich ein Gitterbett in ihren roten VW-Bus laden konnte.

Viele Monate später, Gabi schlenderte durch die Stadt, erblickte sie unverkennbar das Mädchen mit den lila Haaren vom Ikea. Es war nicht allein unterwegs. Ihr Bauch wölbte sich kugelrund. Gabi war sich sicher, entweder das Mädchen bekommt Zwillinge oder steht kurz vor der Geburt.

Wahnsinn, was diese Ikea Betten alles können! Wirklich ein Wahnsinn!

© Kristina Fenninger 2021-09-15

Alltagskomik

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