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#coronalebencorcooning#lockdown 20 klappe

“Die Jugend ist schuld!"

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“Die Jugend ist schuld!" | story.one

Seit den Herbstferien schon befinde ich mich zusammen mit meinen Mitschülern im Homeschooling. Nun sitzen wir den ganzen Tag mit brennenden Augen vorm Laptop in unseren virtuellen Unterrichtsstunden, erledigen Arbeitsaufträge und versuchen dem Lehrer folgen zu können. Natürlich hat das Homeschooling auch seine guten Seiten, da ich eine halbe Stunde länger schlafen kann, die Lade mit den süßen Snacks nur einen Handgriff nach rechts entfernt ist und ich mich Zuhause wesentlich besser konzentrieren kann als in der Schule.

Doch was ist mit meinen sozialen Kontakten? Während der Zeit des Lockdown light habe ich mich zweimal mit jemandem aus meinem Freundeskreis getroffen. Einmal zum Rollerskaten, das zweite Mal gingen wir auf einen Berg. Beides sind meiner Meinung nach Aktivitäten, von denen kein großes Ansteckungsrisiko ausgeht, da wir uns im Freien aufhielten und den Abstand berücksichtigten. Seit der verschärfte Lockdown verordnet wurde, habe ich meine Freunde überhaupt nicht mehr real gesehen. Wir telefonieren zwar fast täglich, spielen Spiele, welche auch über Distanz funktionieren und probierten neulich sogar einen Film gemeinsam zu schauen; doch das alles ist trotzdem nicht dasselbe wie realer Kontakt.

Vor einer Woche ungefähr kam ich mit meiner Mama von einem Spaziergang nach Hause. Wir wohnen im sechsten Stock eines Hochhauses und wollten gerade den zweiten Lift holen, als uns ein älterer Herr anbot, mit ihm im Lift zu fahren, da der Lift ja eh genug Platz für uns hätte. Wir stiegen ein und diskutierten mit unserem Liftbegleiter über Corona. Als wir gerade am dritten Stock vorbeifuhren, nahm das Gespräch eine unerwartete Wendung. “Du bist schuld!" Etwas irritiert schaute ich den Herren an, welcher mit dem Zeigefinger auf mich deutete. Hatte er mir etwa gerade direkt ins Gesicht gesagt, dass ich Verantwortung an den hohen Erkrankungsraten tragen würde?

Wenige Tage später fuhren wir mit einem anderen Mann im Lift und das Gespräch verlief ähnlich wie beim ersten Mal. Kurz nachdem das Thema auf Corona gefallen war, traute ich meinen Ohren kaum: “Die Jugendlichen san ja die Deppaten!" …

Ich finde es traurig, dass die Pandemie einen Keil zwischen die Generationen treibt. Ich finde es traurig, dass man ohne Grund beschuldigt wird, obwohl man doch auch nichts mehr möchte, als wieder ein normales Leben führen zu können. Ich finde es traurig, dass man in dieser Zeit nicht den Zusammenhalt verspürt, den man sich wünschen würde.

Liebe Leute, mir gefällt es auch nicht, eine Maske zu tragen, mich mit niemandem mehr zu treffen und immer auf Abstand bedacht zu sein. Wir sitzen alle im selben Boot, sollten nun zusammenhalten und uns nicht gegenseitig beschuldigen. Ich hoffe, diese Botschaft kommt an, denkt darüber nach und vergesst eure Kontakte nicht vollständig, denn das ist im Moment das Wichtigste, um gut durch den zweiten Lockdown zu kommen!

© Lars Baderer 2020-11-27

LOCKdown - 2.(0) KlappeCORONA-Jugend ... N O lost generation!

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