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Queen of wishful thinking

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Queen of wishful thinking | story.one

Als kleines Mädchen hatte ich eine sehr klare Vorstellung von meiner Zukunft: Kinder, Hund, Apfelbaum, Dach über dem Kopf und Mann.

Dass dieser mein Traum, insbesondere in dieser Reihenfolge, nicht so leicht realisierbar sein würde, hätte ich mir damals nie träumen lassen.

Vor 22 Jahren begann über Nacht, völlig überraschend, quasi hinterrücks, meine biologische Uhr zu ticken. TIC, TOC. TIC, TOC. Jäh waren sie überall. Babys im Park. Babys im Supermarkt. Sogar bis auf meine ehemalige Arbeitsstelle, das Gericht, hatten es ein paar dieser Wonneproppen geschafft. Und nein, ich meine nicht diese quengelnden, schreienden, nervigen Minimonster, sondern ich rede von diesen zuckersüßen, herzallerliebsten Sonnenscheinen, die mit ihren riesengroßen Kulleraugen dein dahinschmelzendes Herz die sofortige Eilmeldung ans Hirn senden ließen: Ich will auch so was!

Den passenden Mann hatte ich sogar schon gefunden (meine Wunschreihenfolge ist dann doch ein wenig durcheinandergeraten).

Als nach Monaten noch immer keine Schwangerschaft in Sicht war, ließen wir uns beide ärztlich untersuchen. Die Diagnose war niederschmetternd: Es lag an mir. Mir wurde versichert, dass ich mit diesem Hormonstatus nie Kinder bekommen würde.

Nur gut, dass das Wort „NIE“ in meinem Wortschatz nicht existierte. Ich wanderte von Weißkittel zu Weißkittel, ließ mich mit Hormontabletten vollpumpen, und mir sogar beinahe eine In-vitro-Fertilisation andrehen (allein das Vorgespräch dazu kostete uns ein Vermögen). Ohne Erfolg. Mir wurde nahegelegt, meinen Traum von Kindern endgültig zu begraben. An Aufgeben war dennoch nicht zu denken. Eine kinderlose Zukunft stellte für mich keine Option dar.

Zermürbende Jahre später wurde ich zufällig auf einen Frauenarzt aufmerksam, der nicht nur mir, sondern auch meiner Freundin, die mein Schicksal teilte, je eine Hormonspritze verabreichte. Wir wurden beide schwanger und neun Monate später Mamas. Zwei Frauen, denen man versichert hatte, dass sie NIE Kinder bekommen würden, sind heute drei- und zweifache Mamas.

Was ich damit eigentlich sagen möchte: Lebt eure Träume! Gebt sie nicht auf! Kämpft dafür. Hört nicht auf die Meinung anderer. Hört auf euer Herz, eure innere Stimme.

Vielleicht musste ich jahrelang kämpfen, um mein Glück schätzen zu lernen und um zu erkennen, was Kinder sind: Wahre Wunder der Natur.

Und es gibt keinen Tag, an dem ich nicht dankbar für diese meine beiden ganz persönlichen Wunder bin.

© lavoce 2021-09-15

Wunder geschehen nun mal!

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