skip to main content

#aufzuneuenufern#rucksackreisen#glückskind

Barcelona

  • 42
Barcelona | story.one

Auf meinem Weg von Griechenland zurück nach Spanien wurde mir ein altes Auto geschenkt. Ein weißer Citroën C15, zwei Sitze und gerade genug Platz um darin zu schlafen. Es sei noch angemeldet, ich solle damit machen, was ich wolle. Dieses Auto wurde zu meinem Zuhause, obwohl ich keinen Führerschein hatte.

So schaltete ich ein Inserat auf „Blabla Car“ und fand einen Spanier mit Führerschein, der mich fahren wollte. Mein Ziel war Figueres, wo ich für ein „intensives Monat“ eine Clownschule besuchen wollte. Ein befreundeter Clown hatte mir von dieser Schule in der Nähe von Barcelona erzählt. In Figueres sollte ich meine Kolleg:innen für den Intensivkurs treffen, um dann gemeinsam zu „Cal Clown“ zu fahren. Da es mein Fahrer eilig hatte, kamen wir 4 Tage zu früh dort an. Einer Eingebung folgend rief ich einen Freund an, den ich in Granada kennengelernt hatte. Er freute sich riesig zu hören, dass ich wieder in Spanien war und lud mich ein, ihn in Barcelona zu treffen, wo er sich gerade aufhielt. Was für ein vortrefflicher Zufall. Das war wirklich in der Nähe, also ließ ich das Auto in Figueres geparkt stehen um mit dem Zug nach Barcelona zu fahren. Die Wiedersehensfreude war groß, wir lachten gemeinsam über meine griechische Liebesgeschichte und den damit verbundenen Abstecher. Durch die Stadt ziehend landeten wir am Abend in einem wunderschönen Haus namens „La Experimental“.

Eine alte Villa mit riesigem Garten auf einem der Hügel, die Barcelona umgeben. Atemberaubende Aussicht über die Stadt. Wir verstanden uns hervorragend mit den Künstler:innen, die das Haus belebten. Dieser Ort war so inspirierend, dass ich mich gar nicht mehr lösen konnte. Die verbleibenden Tage vergingen wie im Flug, wir machten gemeinsam Straßenkunst in Barcelona, musizierten zusammen, tauschten Geschichten aus, … plötzlich war der Tag meiner Abreise gekommen. Gerade noch rechtzeitig erwischte ich meinen Zug nach Figueres. Auf halber Strecke fiel mir auf, dass ich meine Jacke samt Reisepass und Autoschlüssel in der „La Experimental“ vergessen hatte. Mein Gehirn begann zu verzweifeln doch da ich nichts ändern konnte, beschloss ich mir besser keine Sorgen zu machen. Mich beruhigend betrachtete ich die Landschaft.

In Figueres angekommen ging ich zum öffentlichen Parkplatz und öffnete wie selbstverständlich die Hecktür meines Autos – hatte vergessen sie abzuschließen. Das Auto war für 4 Tage unabgeschlossen, mit allen meinen Dingen darin, und dem Ersatzschlüssel im Handschuhfach, auf dem öffentlichen Parkplatz gestanden. Ich konnte also über die Rückbank hineinklettern, um meinen Ersatzschlüssel aus dem Handschuhfach zu holen.

Selbstironisch gestimmt traf ich die anderen Clowns. Eine Kollegin fuhr mein Auto zur Clownschule „Cal Clown“. Es war ein intensiver Monat, in dem ich viel lernte. Von Anfang an wusste ich: Ich würde nach Barcelona zurückkehren, um meine Sachen zu holen und in der „La Experimental“ einen Workshop in Clownerie zu geben.

© Miriam Strasser 2021-04-26

Kommentare

Gehöre zu den Ersten, die die Geschichte kommentieren

Jede*r Autor*in freut sich über Feedback! Registriere dich kostenlos,
um einen Kommentar zu hinterlassen.