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#madrid#zeitgeschenk#körpertheater

Ein Ausflug nach Madrid

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Ein Ausflug nach Madrid | story.one

Alex Einladung war so verlockend gewesen, dass ich ihr folgen wollte. Wie aufgeregt ich war, vor lauter Vorfreude auf die Schnupperstunde seines Clowneriekurses in der Körpertheaterschule. Dank seines Geschenkes lernte ich den „Nouveau Colombier“ kennen, eine Schule fĂŒr Körpertheater, Pantomime und Maskenspiel. Dort unterrichtete er Clownerie, in der „freien Schule“ spĂ€tnachmittags.

Vom Morgen bis zum frĂŒhen Nachmittag fand der regulĂ€re Unterricht fĂŒr die Studierenden am „Colombier“ statt, die „regulĂ€re Schule“ mit strengem Stundenplan. Danach gab es Workshop Angebot in der „freien Schule“. Hier konnte man einzeln Klassen buchen, alle Kurse zur GĂ€nze oder auch nur einen oder zwei – es war einem eben frei ĂŒberlassen.

Ich freute mich auch darauf, meine Freunde aus Granada, die gerade in Madrid waren, wiederzusehen. Es waren drei Clowns, die ich von der „La Estupenda“ kannte, Alex war ein gemeinsamer Freund. Sie wĂŒrden zum ersten Mal außerhalb von Granada in einem Theater auftreten. Meistens machten sie Straßenkunst und mischten Clownerie mit Jonglage und Akrobatik.

Als ich an Alex Unterricht in der „freien Schule“ teilnahm, gab er seiner Gruppe gerade die EinfĂŒhrung in den „Bouffon“, einer dĂŒsteren, spöttischen Spielart des Clowns. So kam ich zufĂ€llig zum ersten Mal in meinem Leben in spielerischen Kontakt mit dieser Figur. Der Bouffon hat „ein Hirn wie ein Elefant, ein Herz wie eine Erbse“, wĂ€hrend der Clown „ein Herz wie ein Elefant, ein Gehirn wie eine Erbse“ hat. So sagt man in Spanien. Da ich bisher nur Erfahrung mit dem Clown hatte, behielt ich mein „Elefantenherz“ und erforschte dabei meine VerrĂŒcktheit, was Spaß machte. Nach der Klasse zeigte mir Alex die Schule und erklĂ€rte mir den Stundenplan der „regulĂ€ren Schule“.

Das Unterrichtsangebot war unglaublich breit gefĂ€chert: Tanz, mehrere Pantomime Stile, alle Arten des Maskenspieles, Körpergrammatik, Viewpoints, Suzuki und noch mehr Techniken, die euch kaum etwas sagen werden. Alles, was mir gefiel, war da! Und noch viel mehr! „Wow, ich will hier studieren!“, entfuhr es mir spontan. Alex musste lachen, legte mir jedoch nahe, dies tatsĂ€chlich zu tun und pflanzte so einen Keim. Am Abend gingen wir in ein kleines Theater, um „V de Banana“ zu sehen, unsere Freunde aus Granada mit ihrer Show. Obwohl ich ihre Show bereits kannte, musste ich TrĂ€nen lachen. Dieses Trio war einfach zu großartig! Nach der AuffĂŒhrung saßen wir in einer Gruppe im Foyer-CafĂ© des Theaters zusammen. Es waren einige SchĂŒlerinnen und SchĂŒler der „regulĂ€ren Schule“ des Colombier dabei, wie ich erfuhr.

Mich beeindruckte zutiefst, mit welcher QualitĂ€t und PrĂ€zision sie spontan als Gruppe zur Musik im CafĂ© improvisierten. Sie legten eine perfekte Szene aufs Parkett. Außerdem erzĂ€hlte mir jemand von „EUCIMA“, einem Zirkusfestival, das bald in Madrid stattfinden sollte. Diese Stadt hatte sich bei meinem ersten besuch so einladend prĂ€sentiert, ich wollte bald wieder kommen.

© Miriam Strasser 2021-07-16

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