skip to main content

#existenz#sommerfreundschaft#gedankenwelten

Porzellanthron Gedanken

  • 32
Porzellanthron Gedanken | story.one

Ich: Hallo Leo! Danke für die Einladung. Leo: Hallo Miriam schön, dass du gekommen bist. Essen ist gleich fertig, du kannst mir gerne in der Küche Gesellschaft leisten oder auf der Terrasse warten, wie du magst. Ich: Darf ich in der Küche rauchen? Leo: Ausnahmsweise, aber mach das Fenster auf. Ich: Danke, no Nikotin, no fun for me… Leo: Wie gefällt dir das Leben in deiner Höhle? Ich finds immer noch krass, das du dir eine Wohnhöhle gegraben hast… Ich: …und den Boden zementiert, die Wände gekalkt, einen Türrahmen samt Tür eingesetzt… Ich lebe wirklich gerne dort, das Plumpsklo ist mittlerweile auch schon fertig. Mit bestem Blick auf die Sierra Nevada! Apropos: wo finde ich das Klo? Leo: Gleich gegenüber von der Küche! Ich: Danke und bis gleich.

Während ich auf dem Porzellanthron saß, wurde mir plötzlich ganz warm und ich fühlte einen leichten Krampf in allen Muskeln gleichzeitig, da ratterte es los, wie ein startender Motor, in meinem Kopf. Schlafwandlerisch wankte ich zu Leo zurück…

Ich: Papier? Leo: Wie bitte? Ich: Hast du ein Blatt Papier und einen Stift für mich?

Er gab mir beides und ich setzte mich hin, um zu schreiben. Danach bat ich Leo, den Text zu lesen:

Zu Sein ist nur Schein denn es gibt kein Sein, es gibt nur Erscheinen. Etwas ist wie oder was es erscheint zu Sein. Durch die Betrachtung des Seins erzeugt seine Wahrnehmung den Anschein und das ist dann was wir verstehen, unter SEIN. Jede Wahrnehmung erzeugt einen anderen Anschein, so können wir uns nie ganz einig sein.

Wir bilden uns miteinander nur einen Reim, denn jedes SEIN hat seinen eigenen Anschein, nimmt sich selbst wahr. Dieser Anschein wird sich mit anderen Anscheinen vereinen, denn auch Andere nehmen unser SEIN wahr und für Sie stellen wir einen anderen Anschein dar. So vermengen sich die verschiedenen Strahlen des Scheinen, um sich im Glanz einer Persönlichkeit zu vereinen und als DAS SEIN zu erscheinen. Die Wahrnehmung wiederum entsteht aus eben jenem SEIN, durch dessen Betrachtung sie erzeugt seinen Anschein.

Ein Dreieck stellt sich ein: SEIN – WAHRNEHMUNG – ANSCHEIN

Soll dies die Darstellung eines Anscheins sein, oder beschreibt es das SEIN? Und ist das, was manche religiöse von DREIFALTIGKEIT palavern, für denselben Gedanken nicht nur eine der vielen Metaphern? Was steckt hinter den vielen verschiedenen Sorten von unterschiedlichen Worten, die wir Menschen so horten? Seele, Aura, menschliches elektromagnetisches Feld, (Neuronenfeuer, Blutkreislauf), das Licht, das die Dunkelheit erhellt, die Hand, die hat geschaffen die Erde in sieben Tagen. Versuchen nicht alle zu beantworten, die gleichen Fragen?

Leo: Und das hast du jetzt gerade eben geschrieben? Ich: Ja. Ergibt es Sinn? Leo: Das ergibt total Sinn! Solche Gedanken kommen dir, wenn du aufs Klo gehst? Ich: Manchmal. Aber ich schreibe es nicht immer auf…

Leo: Du solltest es öfter aufschreiben, wenn dir solche Klogedanken kommen, echt… Jetzt lass uns aber essen, ich habe Hunger.

© Miriam Strasser 2022-03-15

Gedankenwelt

Kommentare

Gehöre zu den Ersten, die die Geschichte kommentieren

Jede*r Autor*in freut sich über Feedback! Registriere dich kostenlos,
um einen Kommentar zu hinterlassen.