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#urlaub#reisen#sommer

Wandern mit Hochgefühl

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Wandern mit Hochgefühl | story.one

Ich dachte, dass es mehr zu sehen gäbe! Irgendwie war die Landschaft ziemlich langweilig! Mit dem Bus karrte man uns, und einen Haufen anderer Touristen, rauf auf den Berg und gleich zu einem kleinen Restaurant, damit wir uns ausgiebig stärken konnten, bevor das Wandern begann. Sierra Nevada! Ich hatte mir nichts bestimmtes vorgestellt, den Namen mehr wie einen Mythos auf der Zunge getragen. In Wahrheit hatte ich keine Vorstellung, was mich erwarten würde: Hitze, Steine, Staub.

Wandern in Österreich ist definitiv netter! Ich bin ohnehin kein großer Fan von großer Höhe und anstrengenden Unternehmungen. Berge sind eher letzte Wahl, wenn ich mich für ein Freizeitziel entscheiden kann. Lieber das Meer, schwimmen, schnorcheln, genießen...

Wir ließen uns Zeit und wollten erst mal etwas trinken und ein wenig warten, dass sich die anderen Wanderlustigen zerstreuten. Die unmenschlichen Temperaturen hatten uns zusätzlich zu den vielen Kurven der Anfahrt den Magen verdorben. Überraschenderweise fanden wir eine Speisekarte vor, die auch eine deutsche Übersetzung aufwies. Sie strotzte vor Fehlern und wir kugelten uns vor Lachen anstatt etwas zu bestellen.

Ein Trampelpfad zu einem aufgeschichteten Steinwahrzeichen, an dem wir ein paar Bilder knipsten, war die einzige Attraktion weit und breit. Wieder nur braune Steine! Der perspektivische Kniff, der es aussehen lassen sollte, als würde ich mich dagegen stemmen, gelang uns auch nicht! Ständig waren andere Menschen im Weg, aber das Motiv war ohnehin nicht besonders aufregend. Mit einem breiten Tuch versuchte ich mich vor den immer aggressiveren Sonnenstrahlen zu schützen. Die Haut brannte, die sandigen Augen kratzten, der heiße Wind brachte keine Kühlung, die Sandalen gefüllt mit Kies! Genug! Mein Freund und ich marschierten rasch wieder zum Ausgangspunkt zurück, aber leider war unser klimatisierter Bus nirgends zu sehen und die anderen Touries noch weit über das Gebiet verstreut.

Also wollten wir uns die Zeit vertreiben und liefen noch ein wenig herum. Etwas abseits der vorgegebenen Wege entdeckten wir an einem Abgrund ein Plateau, das von Felsen geschützt ein gutes Versteck bot. Wir zwängten uns durch einen schmalen Spalt und landeten in einer anderen Welt! Hier wuchs etwas Gras im Schatten, sogar Blumen und die Aussicht war herrlich: weit ins Land hinein, klarer Himmel, unglaublicher Blick über all die Schönheit Spaniens. Ein Hochgefühl!

Wir küssten uns und ich fühlte mich glücklich. Wir küssten uns inniger und ich fühlte mich angezogen von der Idee es einfach hier und jetzt, also so im Freien und ganz ungezwungen...

Natürlich war er dabei! Möglichst leise, möglichst ohne entdeckt zu werden, aber mit maximalem Genuss, erlebten wir ein zweites Hochgefühl! Ich hatte noch nie eine so atemberaubende Aussicht dabei!

Wenn dieser Ort mich auch nie wieder sehen wird, so bleibt er mir doch in guter Erinnerung. Sierra Nevada! Jetzt liegt es mir wie ein Wunder auf der Zunge.

© MonaLena 2019-11-13

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