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Der längste Tag

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Der längste Tag | story.one

Der Schmerz kam auf meiner Hochzeitsreise. Brutal blähte mein Bauch. Schwanger war ich, ersehnt dieses Kind. Was passierte da mit mir? Entwarnung vom Arzt.Zwei Wochen später beim Essen wieder. Quälende Wellen, Druck, Schweiß auf der Stirn. Unsicherheit. Nach eine langen halben Stunde vorbei.

Sonntag, Erwachen im Bett. Erbrechen im Schwall, übel, wieder diese Schmerzen. Mein junger Mann hilflos in der Küche. Bitte ums Telefon. Spüre , es ist ernst. Rufe den Notdienst. Selbst.

Liege im Krankenhaus, Schmerzen werden schlimmer, schwitze, leide. Doofer Arzt kommt. Glaubt mir nicht. Fragt, ob ich Angst vor Geburt habe, denkt ich bin ein Psycho. Rät mir, mich abzulenken. Nimmt mich nicht ernst. Leide die ganze Nacht, Schmerzmittel helfen nicht, ich kämpfe, breche, habe Angst um mein Kind. Überlege aus dem Fenster zu springen, weil es so schmerzt.

Endlich Montag . Unverändert. Blutuntersuchung. Röntgen, kann kaum stehen.

Dr Chef ist zurück vom Kongress. Endlich. Er glaubt mir. Die Lippen trocknen ein. Meine Mutter kommt kurz, befeuchtet sie. Ich bin erschöpft. Magenspiegelung. Ich würge. Ich beiße dabei dem Internisten auf seine Hand. Er ist nicht böse.

Stunden vergehen. Es ist Abend. Auf der Intensivstation. Alleine. Niemand kommt. Keine Eltern, warum?

Mein Mann, er hat doch heute Geburtstag. Ich will ihm noch gratulieren.

Ich bin verlassen. Sie lassen mich zurück. Ich schwitze und friere gleichzeitig. Schmerzen sind leichter. Fühle mich merkwürdig schwebend. Zittere.Die Uhr.Starte auf die kleine weiße Uhr an der schmucklosen Wand. Es ist halb sechs. Warum so allein? Sie tickt und tickt. Ich verstehe.

Zwei Ärzte stehen an meinem Bett. Wir müssen operieren.Ich bin erleichtert. Sie schauen ernst. Ich bin gleich in Narkose.

Tausend Schläuche. Nasenschlauch. Das EKG im Hintergrund. Jetzt sind alle Ärzte da.Da war was verdreht am Darm im Bauch. Gerade noch gerettet. Langer Schnitt über den Bauch. Fast 29cm. So wie mein Alter.Der nächste Morgen. Erleichterung der Ärzte. Der Darm arbeitet wieder.

Irgendeine böse Schwester kämmt mich und reißt . Schimpft über die langen Haare. Habe ihr Gesicht nie vergessen.

Der Ultraschall. Mein Baby.. Siebter Monat .Gottseidank.

Die liebe Hebamme. Kommt täglich. Tropf gegen die Wehen. Stress der Op.Glücksgefühl. Die kleinen Fäuste trommeln gegen den Bauch. Wollen leben! Haben Kraft! Ich bin dankbar, fühle mich stärker. Wir sind zu zweit, bin nicht allein hier.

.Mein Mann hat Rücken. Kann nicht lang bleiben. Ich nehme Umgebung wahr. Laut hier.

Neue Station. Kleines Zimmer. Leise und für mich. Schwanger. Lange schmerzende Narbe.Jetzt kann ich weinen. Kann fast nicht aufhören. Der nette Chirurg kommt. Hat uns gerettet Bin dankbar. Sagt ,ich hätte ein Trauma erlitten. Wird dauern, vielleicht 10 Jahre. War gut gemeint.

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© Nina Martin 2021-01-13

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