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#kreativität#design#kunst

Heidi Kroll – Kreativität und Beruf

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Heidi Kroll – Kreativität und Beruf | story.one

Kreative Menschen haben es nicht immer leicht. In welcher Form kann man Kreativität ausleben? Zum Dasein als KünstlerIn gehört ein Drang, ein Gestaltungwille, ein Weg, der in der Regel kein Sonntagsspaziergang ist.

Leichter haben es da die Menschen, die ihr künstlerisches Talent mit einem gefragten Beruf verbinden können. Zum Beispiel LehrerInnen für bildnerische Erziehung oder Musik, JournalistInnen, WerbetexterInnen oder GrafikdesignerInnen, wenn es um die Verbindung von Farbe, Form, Typografie und Fotografie geht.

Heidi Kroll ist Grafikdesignerin. Ist es einfach, gestalterisches Talent und berufliche Pflicht miteinander zu verbinden? Die gestalterische Freiheit ist ja ggf. durch die Wünsche der KundInnen eingeschränkt.

Ein/e GrafikdesignerIn gestaltet das Erscheinungsbild eines Unternehmens nach außen. Angefangen vom Logodesign, Corporate Design über den Webauftritt sowie alle sonstigen Werbemittel eines Unternehmens wie Anzeigenkampagnen in Printmedien oder auf Social Media, Flyer, Folder, Broschüren, Mailings, Magazine, Kataloge, Verpackungen der Produkte u.s.w. Der gestalterische Prozess besteht darin, den Charakter, die Bedürfnisse, das Umfeld, die Zielgruppe und Zielsetzung des Kunden zu analysieren und entsprechend optisch umzusetzen. Dabei geht es nicht darum, den eigenen Geschmack umzusetzen, sondern mit Empathie den Kunden zu erfassen und ihm durch den Blick von außen mehr und andere Ansätze anzubieten. Das ist die spannende Bandbreite der grafischen Entwicklung, zum einen auf die Kundenbedürfnisse einzugehen, sie dann aber doch manchmal mit unerwarteten Aspekten zu überraschen.

Als Grafikdesigner ist man erfolgreich, wenn der Kunde zufrieden ist und möglichst viele andere das geschaffene Werk auch so ansprechend finden, dass es seinen Zweck erfüllt. Das Corporate Design soll Eindruck machen und etwas ausdrücken, das Werbesujet soll die gewünschte Aufmerksamkeit wecken, damit das beworbene Produkt mehr als bisher verkauft wird.

Im Podcast wird auch deutlich, dass man als Grafikdesigner nicht nur am Bleistift kauend nach neuen Ideen sucht, sondern dass ein Großteil der Arbeit handwerkliches Umsetzen ist und viel Routine bei der Arbeit gefragt ist.

Berufsbilder sind für mich auch immer Lebensbilder. Benötigt man nicht in vielen Lebenslagen und allen Berufen Kreativität, und ist es nicht schade, dass viele Menschen einfach zu wenig Kreativität haben, weil sie in der Kindheit nicht gefördert wurden oder – noch schlimmer – aufkommende Kreativität von Eltern oder LehrerInnen erstickt wurde?

In diesem Zusammenhang muss man allerdings auch erkennen, dass künstlerisches Talent als besondere Begabung etwas anderes als Kreativität ist. Über künstlerisches Talent verfügen nicht viele Menschen. Das muss man respektieren und davon kann man auch profitieren, wenn man einen Grafikdesigner für seine Projekte engagiert.

Bearbeitet von Heidi Kroll

© Norbert Netsch 2021-08-25

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