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#mut#verantwortung#mitgefühl

Kurt Nekula bringt Licht ins Dunkel

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Kurt Nekula bringt Licht ins Dunkel | story.one

Kein origineller Titel, bezöge er sich nur auf Kurt Nekulas Tätigkeit als Präsident des Vereins „Licht ins Dunkel“.

Im Podcast hört man, dass er mit seiner Schulzeit gar nicht zufrieden war und genau das ein Grund dafür war, dass er selbst Lehrer geworden ist. Schule muss besser gehen! Schon mit 17 Jahren begann sein soziales Engagement und er betreute ehrenamtlich Kinder. Ich bin ja selbst Lehrer, habe aber nie außerhalb der Schule Kinder in anderen Organisationen betreut. Ich denke, das macht einen großen Unterschied. So lernt man, wie wichtig die Beziehungsebene ist, und es wird einem auch rasch klar, dass man in der Schule nicht „nur“ unterrichten sollte, sondern auch als Erzieher tätig sein muss, wenn man wirklich erfolgreich sein will. Kurt Nekula hat das bei den Kinderfreunden und auch in Kinderdörfern gelernt.

All das wäre noch nicht sonderlich erwähnenswert, wenn Kurt Nekula Lehrer geblieben wäre. Da gibt es viele, die auch gute Erzieher sind. Er machte allerdings eine unglaubliche Karriere und wurde schließlich als Sektionschef der Abteilung 1 im österreichischen Bundesministerium für Unterricht der tatsächlich höchste Beamte im schulischen Bildungssystem und konnte gemeinsam mit seiner Ministerin Claudia Schmied zwischen 2007 und 2013 Reformen auf den Weg bringen, die unser Bildungssystem in Österreich nachhaltig geprägt haben. Das Motto im Ministerium war damals, dass man sich von der Anordnungskultur zur Beteiligungskultur bewegen muss, weil man dadurch eine neue Motivation in den SchulleiterInnen und LehrerInnen wecken kann, indem sie selbst Gestaltungsfreiheiten in einem gewissen Rahmen bekommen sollen.

Wenn man jetzt noch bedenkt, dass sich Kurt Nekula auch sehr für die Inklusionsidee eingesetzt hat, dass also behinderte Kinder mit nicht behinderten Kindern gemeinsam betreut werden sollen, dann erkennt man, wo ich mit der Lichtmetaphorik in dieser Geschichte hinkommen will.

Viele von uns wollen auf der Welt etwas verbessern und diesen Prozess der Verbesserung kann man als ein Aufhellen im Gegensatz zum Verdunkeln sehen. Kurt Nekula ist diese Aufhellung in vielen Lebensbereichen gelungen. Nicht nur in der Schule und im Ministerium, sondern auch bei den Kinderfreunden und in den Kinderdörfern. Er war auch einige Jahre lang bundesweiter Elternvertreter und hat in dieser Funktion viel Kritik an der Arbeit des Ministeriums geübt, sodass er seine Berufung dorthin im Scherz sogar mit der Idee in Verbindung gebracht hat, dass man ihn zum Schweigen bringen wollte. Tatsächlich aber hat man erkannt, dass ein kritischer Geist auch viel Gutes für das System leisten kann. Und das ist ihm gelungen, wie in seinem Buch über diese Zeit, das er kürzlich herausgegeben hat und in dem 60 Autoren Beiträge geschrieben haben, nachgelesen werden kann. Der schöne Titel: Auf dem Weg zu einer offenen, fairen Gesellschaft.

Und: Natürlich macht ihn all das zum besten Präsidenten für Licht ins Dunkel…

© Norbert Netsch 2022-07-12

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