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#mut#lebensfreude#leichtigkeit

Mark Klenk - ein Drache für Freude und Freiheit

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Mark Klenk - ein Drache für Freude und Freiheit | story.one

Sein Gedicht „Kite“ veröffentlichte er - in 50 Sprachen übersetzt - in einem Buch. So darf man davon ausgehen, dass dem Autor die Botschaft wichtig ist.

Es erzählt davon, dass jemand einen Drachen steigen lassen möchte, der nicht der beste oder schönste sein muss, auf dem nicht das Gewicht der Welt lastet, sondern der die Menschen, die ihn sehen, lediglich mit Lachen und Leichtigkeit erfüllen will.

Ein schönes Bild für einen lyrischen Text, der vielleicht auch nichts anderes will. Gute Lieder können Schwere oder Leichtigkeit vermitteln und wollen zum Nachdenken anregen. Unser Leben ist manchmal schwer, manchmal leicht. Wie viel können und wollen wir von beidem nehmen? Der simple Spruch, dass die „Dosis das Gift macht“ kann nur hilfreich sein.

Wenn Autor*innen Texte schreiben, stellen sich Leser*innen manchmal die Frage, warum gerade dieser Text geschrieben wurde. Wurde etwas von der Seele geschrieben, für andere Seelen geschrieben oder ist es eine Kombination, da man einfach Seelenverwandte treffen möchte?

Mark Klenk erzählt im Podcast, dass er selbst durch schwermütige Lebensphasen gehen musste und so könnte man dieses Gedicht auch als einen Akt der Selbstbefreiung sehen, der andere ermutigen will, das Leben nicht zu schwer zu nehmen, indem man sich vom Wind tragen lässt.

Lyrik kann so zu einem wohltuenden Gegengewicht in einer Welt werden, wo die Medien überzeugt davon scheinen, dass man Quoten mit Krisen machen kann. Selbst beim Wetterbericht lässt man die Menschen schönes Wetter, das sonnig ist, nicht einfach genießen, sondern weist gerne darauf hin, dass es eben kein gutes Wetter sei, das regnerisch sein müsste. Die drohende Trockenheit wird als Bote des Klimawandels gesehen, der noch viel Schlimmeres erwarten lässt. Ist es regnerisch, werden Murenabgänge und Überschwemmungen befürchtet, die ebenfalls nichts Gutes verheißen und natürlich auch dem Klimawandel geschuldet sind.

Nun ist die Intention dieser Vorgangsweise klar und durchaus rechtschaffen. Man will die Menschen zum Umdenken anregen. Der Klimawandel ist unbestreitbar und wir sollten weniger mit dem Auto fahren, Flüge vermeiden, keine fossilen Brennstoffe beim Heizen benutzen und im besten Fall auch kein Fleisch essen. Viele schaffen diese Umstellungen aber einfach nicht, leben daher manchmal mit schlechtem Gewissen und können sich an Dingen nicht mehr wirklich erfreuen, die sie früher einfach genossen haben. Dieses Problem ist kaum lösbar. Dazu kommen Gesundheitskrisen und Kriege auf der Welt, die mit Sicherheit wirtschaftliche, vielleicht sogar existenzielle Bedrohungen bedeuten. Kann man das alles psychisch verkraften?

Wie schön und wohltuend ist es, wenn jemand in Zeiten wie diesen für einen Augenblick einen Drachen steigen lässt, der nur Freude und Freiheit schenken will. Ja: Dieses Gedicht muss auch in die Welt getragen werden - ein gutes Leben braucht Leichtigkeit, ohne dabei den Kopf in den Sand zu stecken.

© Norbert Netsch 2022-07-13

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