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#raumausstattung

Markus Beisteiner – Bedeutung der Familie

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Markus Beisteiner – Bedeutung der Familie | story.one

Schon beim Aufbau der Technik für den Podcast in der Wohnung fällt mir das harmonische Familienleben von Markus auf, gibt es doch ein stilles Einverständnis, wer wo ist, wenn die Aufnahme startet. Eltern und Geschwister sind da und ziehen sich zurück, um dem neuen Junior-Chef ein ungestörtes Interview zu ermöglichen. Ich denke nach, worüber ich mich gerade gewundert habe, schließlich fällt es mir ein: Es gibt keinerlei Spannungen und das ist gar nicht so häufig innerhalb von Familien.

Sehr ruhig und gelöst wirkt auch Markus mit seinen 28 Jahren von Anfang an im Gespräch, wobei sich meine erste Frage gleich auf den Familienbetrieb bezieht. Wie funktioniert das, wenn eine Firma nun schon in der vierten Generation geführt wird?

Die verblüffende Antwort: Es gibt keinen Zwang und es gab weder bei seinem Vater noch bei ihm von Anfang an die Gewissheit, dass es tatsächlich so sein wird. Sein Vater überlegte sich zunächst andere berufliche Verwirklichungen und wurde damals in keiner Weise von seinem Vater unter Druck gesetzt. Genau so war es bei Markus, der die Handelsakademie machte und sich erst nach der Matura doch für den Beruf des Raumausstatters entschied.

Offensichtlich liegt das Geheimnis eines gelungenen Familienlebens darin, dass die Eltern möglichst wenig Druck machen und die freie Entfaltung ihrer Kinder zulassen, wobei sich dann auch eine natürliche und nicht selten enge Beziehung zum Familienbetrieb entwickelt, mit dem sie aufgewachsen sind.

So erzählt Markus, dass es für ihn die größte Freude ist, wenn er am Beginn der Woche den Schlüssel von einem Wohnungsbesitzer übernimmt, der auf Urlaub fährt. In der Zwischenzeit passiert die gewünschte Neugestaltung und wenn der glückliche Kunde vom Urlaub zurückkommt, ist er von seiner neuen Wohnung begeistert. Dafür steht Markus in der Früh gern auf und das gibt seinem Leben den Sinn, der einen selbst glücklich macht.

Offensichtlich wird auch das Gefühl für guten Geschmack vererbt oder vielleicht auch durch die ständige Konfrontation mit Einrichtungsfragen im Familienbetrieb gefördert. So ist es ja nicht einfach, die passende Einrichtung für jeden Kunden zu finden. Wie viel hört man auf seine Wünsche, welchen Anteil nimmt die Beratung ein, wenn die Farbenwünsche doch so gar nicht zusammenpassen? Markus hebt die Bedeutung des Zuhörens hervor, und ich denke mir, dass gerade diese Eigenschaft so oft in jeder Form der Kommunikation zu kurz kommt. Wie gut, dass man gerade als Raumausstatter darauf achten lernt.

Wie in jedem Beruf spielt aber auch die Überzeugungskraft eine Rolle, wenn man gut beraten will. Was für eine komplexe Gratwanderung muss man da gehen! Lässt sich über Geschmack tatsächlich nicht streiten oder gibt es gewisse Gesetze, die man berücksichtigen muss? Soll man Schräges zulassen, wenn Schräges gewünscht wird?

Fragen der Raumausstattung sind Fragen des Lebens. Wohl deshalb heißt auch der Slogan des Familienbetriebs „Wohnen ist Leben“.

© Norbert Netsch 2021-08-24

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