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Peter Kleinmann - Österreichs Mr. Volleyball

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Peter Kleinmann - Österreichs Mr. Volleyball | story.one

Für Lehrer*innen ist Erfolg kaum messbar, da man im Unterricht selten glanzvolle Siege feiert und die meisten Schüler*innen nach der Schule aus den Augen verliert. Sollte man später doch von erfolgreichen Ex-Schüler*innen erfahren, muss das nicht notwendig mit dem Unterricht zusammenhängen.

Im Sport ist das anders. Peter Kleinmann war 55 Jahre im österreichischen Volleyballsport tätig, als Spieler mit 88 Länderspieleinsätzen und drei Europameisterschaften, mit 28 Meistertiteln als Spieler, Trainer und Manager, zahlreichen Cupsiegen und einem Einzug in die Final Four der Champions League. Ab 2001 war er 16 Jahre Präsident des österreichischen Volleyballverbandes, um dort das Budget zu verfünffachen und die Strukturen wesentlich zu verbessern.

2017 zog er sich aus dieser Funktion zurück, nachdem er einen guten Nachfolger gefunden hatte und genießt seit fünf Jahren seine Freiheit, freut sich über mehr Zeit für seine Enkel, die für ihn „die Sonne ins Herz bringen“.

Natürlich sind nirgends Erfolge so gut messbar wie im Sport. Trotzdem lassen sich einige Regeln für ein erfolgreiches Leben gerade aus sportlichen Erfolgen ableiten: Peter Kleinmann beschäftigte sich mit etwas, das er nachweislich sehr gut konnte. Das ist nicht immer der Fall. Gerade bei Lehrer*innen fällt manchmal auf, dass Menschen, denen viele grundlegende Fähigkeiten für diesen Beruf fehlen, ihn trotzdem jahrzehntelang zum Leidwesen ihrer Schüler*innen ausüben.

Ein besonderer Aspekt seiner Erfolgsgeschichte ist für mich auch der geschickte Aufbau der beruflichen Laufbahn. Peter Kleinmann wusste als Manager genau, was für Spieler wichtig ist und hatte als Präsident den Überblick, da er auf eine langjährige Spieler- und Managerlaufbahn zurückblicken konnte.

Selbst das mag aber als Erklärung nicht ausreichen, weil diese Laufbahn viele Funktionäre durchmachen. Entscheidend ist daher für mich die unglaubliche Menschenkenntnis und Empathie von Peter Kleinmann. Er wusste genau, wie man mit Sponsoren sprechen muss, er fand die richtigen Worte für seine Spieler*innen, um sie zu motivieren, und er wusste, welche Legionäre sich im österreichischen Umfeld unter welchen Bedingungen so wohlfühlen, dass sie ihre optimale Leistung bringen können.

Da stecken Dinge dahinter, die man leider nicht lernen kann. Schon als 27jähriger war er nicht nur Spieler, sondern man vertraute ihm bereits als Pressereferent, weil man wusste, dass er seinen Sport sehr gut promoten kann. Und dieses Naturtalent der Überzeugungskraft war meiner Meinung nach der Motor für seinen Erfolg.

Mehr noch als diese besondere Fähigkeit bewundere ich allerdings den problemlosen Schritt zurück am Ende seiner Karriere. Da beginnt die wahre Lebenskunst, wenn man zu jeder Zeit das Richtige macht und es dann auch liebt. Wie so oft ist die Liebe der Schlüssel für ein schönes Leben. Sei es die Liebe für den Sport oder die Liebe für die Familie. Einfach die Liebe für das Leben.

© Norbert Netsch 2022-07-15

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