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#neubeginn#sinndeslebens#lebenskunst

Rudolf Schramm – der Lebenskünstler

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Rudolf Schramm – der Lebenskünstler | story.one

Leben ist tatsächlich eine Kunst. Manche beherrschen diese schlechter und haben einiges zu leiden, andere schaffen es hervorragend, und man nennt sie dann gerne Lebenskünstler.

Der Lebenskünstler zeichnet sich nicht dadurch aus, dass immer alles bestens bei ihm läuft. Wie jeder andere Mensch hat er seine Hochs und seine Tiefs, und er hat auch seine Chancen und sein Pech. Der Lebenskünstler spielt aber einfach besser mit den Karten, die er vom Leben bekommt.

Natürlich zeigt sich die Lebenskunst in besonderer Weise im Beruf. Da gibt es die einen, die tagein, tagaus einen Job machen müssen, der sie wenig oder gar nicht freut, und wo sie gerade genug verdienen, um überleben zu können. Manche verlieren ihre Arbeit und finden dann keinen neuen Job, andere werden durch ihre Arbeit ständig überfordert und regelrecht krank davon. Viele arbeiten, weil sie müssen und nicht weil sie wollen. Der Lebenskünstler macht natürlich einen Job, den er sich ausgesucht hat, den er deshalb gerne macht und wo er sich auch gut bezahlt fühlt.

Rudolf Schramm hat mit Freunden eine Werbeagentur aufgebaut, mit der er sehr erfolgreich war. So hat er für IKEA den Elch erfunden oder für den damaligen Bundekanzler Vranitzky im Wahlkampf für seine gelungene Wiederwahl den Slogan „Zu neuen Qualitäten“ ersonnen. Er erzählt auch im Podcast, wie ihm dieser Text eingefallen ist: bei einer Zugfahrt mit seinen Freunden nach Ungarn, gleichsam nebenbei mit einer großen Leichtigkeit.

Mit fünfzig Jahren beschloss er, die Werbeagentur zu verkaufen und neue Wege zu gehen. Er schrieb ein Buch und genoss einfach die große Freiheit.

Er interessierte sich immer sehr für bildende Kunst und begann zu sammeln. In den letzten Jahren gründete er mit Freunden einen Verein, der Bilder auch noch unbekannter Künstler ausstellt und verkauft. Hier arbeitet er mit Wolfgang Mühlberger zusammen, der ein Antiquariat in Speising führt. Somit gibt es für beide wunderbare Synergieeffekte, vor allem aber eine schöne Zusammenarbeit von Freunden.

Ein anderer Freund hat gerade ein Lokal eröffnet und nun überlegt Rudolf Schramm, vielleicht auch dort mit einzusteigen, um Gastronomie und Kunst zu verbinden.

Auch wenn man schon im Pensionsalter ist, kann man noch innovativ und mutig sein. Es gehört nicht zur Lebenskunst, dass man genau so wie ein bestimmter Lebenskünstler ist, man kann auch völlig anders sein, wenn es für einen passt. Der Lebenskünstler macht einfach genau das, was er will. Glück gehört dazu, weil man nicht zu krank sein darf, aber sonst hat man tatsächlich viel in der Hand.

Wenn man in die blitzenden Augen von Rudolf Schramm schaut, und er verschmitzt lächelnd sagt, dass er nicht mit Sicherheit sagen kann, was er als Nächstes machen wird, spürt man die Freiheit dieser Selbstbestimmtheit, die eine ständige Entfaltung der eigenen Bedürfnisse zulässt. Eines ist sicher: Es wird im Spaß machen, weil er es sonst einfach nicht machen wird.

Kann man Lebenskunst lernen oder lehren?

© Norbert Netsch 2021-08-21

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