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#weihnachtsbeleuchtung#zusammenarbeit#weihnachtsmarkt

Susanna Schön - bezauberndes Licht

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Susanna Schön - bezauberndes Licht | story.one

Susanna Schön betrieb gemeinsam mit ihrem Mann ein Elektro-Geschäft. Während Elektriker-Meister Friedrich Schön und seine Mitarbeiter auf den Baustellen waren, mussten Termine organisiert, Rechnungen und Angebote geschrieben und der Verkauf im Geschäft betreut werden.

Bei einem Geschäftsleutetreffen wurde die Idee besprochen, eine atemberaubende Weihnachtsbeleuchtung am Maurer Hauptplatz zu installieren. Es war ein besonderer Augenblick, wo sich alle begeistert mitreißen ließen und eine gewisse Euphorie entstand. Auf den großen Bäumen am Platz sollten entlang der Äste Lichterketten montiert werden, was nur mit einer Hebebühne möglich war. Geld spielte plötzlich keine Rolle mehr, alle wollten mitzahlen und waren begeistert. Dieses denkwürdige Treffen war in einem September und nur Frau Schön war etwas nachdenklich. Sie sollte das alles in wenigen Wochen organisieren und dann mussten die Ketten auch noch montiert werden, was in der normalen Arbeitszeit gar nicht möglich war. So müsste das ihr Mann außerhalb der bereits ausgebuchten Arbeitszeit übernehmen, weil es zu teuer geworden wäre, wenn man dafür den Mitarbeitern Überstunden bezahlt hätte. Keine Kleinigkeit, bei jedem Wetter auf der Hebebühne zu stehen und die Ketten zu montieren. Gerade im November, wo es schon recht kalt werden konnte…

Bewundernswert war, dass die Firma Schön das alles geschafft hat: Die Ketten wurden rechtzeitig und in ausreichender Menge geliefert, sie wurden montiert und die notwendige Verkabelung für den Stromanschluss wurde ebenfalls rechtzeitig installiert. Das Ergebnis war überwältigend und wurde weit über die Grenzen Mauers bekannt.

Einige Jahre strahlten die Lichter in der Vorweihnachtszeit und es kam noch besser. Frau Schön wurde in den Vorstand des Geschäftsbeutevereins gebeten und fand MitstreiterInnen, mit denen ein Weihnachtsmarkt am Maurer Hauptplatz organisiert wurde. Unzählige Menschen kamen, um den Markt in diesem wunderbaren Lichtermeer zu besuchen. Der Verein kaufte die Hütten und die meisten Geschäftsleute betreuten selbst den Verkauf am Markt, weil der Umsatz nicht so hoch war, um Personal zu finanzieren.

KünstlerInnen traten auf, Gewinnspiele wurden organisiert, und doch gibt es heute den Markt nicht mehr und auch die Weihnachtsbeleuchtung findet man nicht mehr in der damaligen überwältigenden Form.

Der Weihnachtsmarkt scheiterte nach einigen Jahren daran, dass die Menschen zwar gerne kamen, etwas aßen, aber doch nichts einkauften, und die Weihnachtsbeleuchtung wollten die Geschäftsleute, die weiter weg vom Hauptlatz ihr Geschäft hatten, nach über zehn Jahren nicht mehr finanzieren, weil die erste Euphorie einfach nachließ.

Trotzdem bleibt diese Weihnachtsbeleuchtung nicht nur eine schöne Erinnerung, sondern in dieser Form auch das Denkmal des Zaubers einer wunderbaren Zusammenarbeit ganz unterschiedlicher Kräfte, die für ein paar Jahre an einem Strang zogen.

© Norbert Netsch 2021-10-29

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