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#last christmas

Elegie auf eine verpasste Adventzeit

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Elegie auf eine verpasste Adventzeit | story.one

Für mich war die Adventzeit immer die schönste im ganzen Schuljahr. Gerade in der Vorschulklasse, wo die Kinder so im Zwischenstadium sind : Sie wissen, dass es kein Christkind gibt, halten aber die Illusion aufrecht und den Zauber des Nichtwissens in der Zeit des Wartens. Basteln, singen, zeichnen, Lebkuchen backen und Geschichten vorlesen, Adventfeiern am Gang mit den anderen Klassen , erster Schneefall, der immer das “Schneelied” nach sich zog, das ausdauernd und lautstark gesungen wurde, um die tanzende Flockenpracht nur ja lange am Leben zu halten. Ich genoss diese Zeit, wo der Nikolaus uns besuchte, manchmal persönlich , manchmal nur mit eingelegten Päckchen. Der Vater einer Schülerin überraschte uns einmal mit einem Lebkuchenhaus, an dem wir die ganze Adventszeit zu essen hatten. Kleine Geschenke und Karten für die Eltern, der Adventkalender und all die aufregenden Kleinigkeiten, die wachsende Vorfreude auf das Fest die mich gern an diese Schuljahre zurückdenken lassen.

Dann kam die Pensionierung und meine Adventszeit veränderte sich. Ich malte mit den Kids, bald durfte ich auch die Weihnachtsgottesdienste mit der elektrischen Orgel gestalten und meine Adventszeit war geprägt von Klavier üben , den Workshop- Einsätzen , wo ich die kindliche Freude und die Atmosphäre der schönsten Zeit im Jahr auskosten konnte……

Doch dann kam Corona. Workshops gestrichen, weil ich schulfremde Person bin, keine Schulgottesdienste, keine Weihnachtsfeiern in der Schule. Mein Klavierspiel ist unregelmäßig geworden.Manchmal ein bis zwei Weihnachtslieder in der Früh, höchstens . Heute habe ich allen Infektionszahlen zum Trotz den Workshop für Dezember vorbereitet. “Der Weihnachtsstern” von Marcus Pfister…..Ob ich alles selbst umsetzten darf ist nicht sicher und eher unwahrscheinlich. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass es, wenigstens ein bisschen so wird- wie früher.

© PANSILVA 2020-11-25

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