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Hinter der Tür….

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Hinter der Tür…. | story.one

Wenn man etwas, jemanden liebt, dann möchte man Zeit verbringen, gemeinsame Erlebnisse haben und wieder Neues entdecken mit der / dem Geliebten und Geschätzten.

Lange Zeit sah es ja nicht so aus, als ob es zustande kommen würde, das Fasten und Malen im schon oft von mir beschriebenen und vielgeliebten Kloster. Zuerst eine Anmeldung vom getreuesten Malschüler, dann zwei weitere optimistische Wiederholungstäter in Sachen Malen und Fasten. Unsicherheit fast bis zuletzt- dann- hier muss ich das Gleichnis von der Ketchup Flasche zitieren, wo erst nach einigen Schütteln viel herauskommt- noch drei Anmeldungen- die letzte erst am ersten Kurstag. Es konnte losgehen.

Nach all den Absagen Verschiebungen und dem Frust darüber im letzten Jahr, war ich überglücklich . Beschwingt bezog ich den schönsten Malsaal des Waldviertels, bepackt mit Glücksgläsern für meine Teilnehmer, Ideen, viel Farbe und Papier. Bereits am ersten Kursabend verspürte ich jene kreative ,fast meditative Stille und blickte in konzentrierte Gesichter. Bald füllte sich im Gruppenraum die Plane, die zum Trocknen der Werke aufgelegt war. A,m zweiten Abend kam die Rede auf die beiden Türen, die in meinen früheren Kursen noch nie Thema waren, und die ich auch nie versucht hatte zu öffnen.

Obwohl ich schon mehr als zehnmal aus den verschiedensten Gründen im Kloster weilte, war es doch wieder Neues, durch diese Tür zu gehen. Es war ein Anblick, mit dem ich nicht gerechnet hatte: eine Kapelle, geschmückt mit herrlichen Fresken, einem wunderbaren Altarbild- ein hoher Raum- den man so nicht vermutet hätte. Eine Privatkapelle für den früheren Klostervorsteher. Die Tür am anderen Ende des Gruppenraumes führte in sein ehemaliges Schlafzimmer, Ausblick zum Eingang des Klosters und in den Innenhof eingeschlossen.

Noch ein paarmal während des Kurses studierte ich beeindruckt das Innere dieser Kapelle. Bei unseren Gesprächsrunden genossen wir die unglaubliche Stille im Kloster , dessen heilende Wirkung am “Stilletag” noch deutlicher spürbar wurde. Wir bewegten uns- frei nach Peter Handke- in unseren Eigenfarben. Die Ausstellungsflächen für unsere Vernissage füllten sich, die Woche war für mich viel zu schnell zu Ende- obwohl die TeilnehmerInnen den Apfel zum Fastenbrechen schon herbeisehnten.

Als wir im Schlusskreis, mit unserem Gemeinschaftsbild in der Mitte dasaßen, hatte ich das Gefühl, dass wir ewig so sitzen könnten, eingehüllt in die Stille und die Freude über die bunten Bilder, die im Laufe der Woche entstanden waren.

Die große Dankbarkeit, die ich schon seit Beginn des Kurses verspürte, wuchs noch mehr in meinem Inneren und breitete sich warm in meinem Körper aus.

Sie ist wieder größer geworden- meine Liebe zum Fastenkloster Pernegg

© PANSILVA 2021-07-06

POST-CORONA? Hoffungsvoll in neue Zeiten!

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